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11th Swiss Textiles Award 2010

Der mit 100’000 Euro dotierte Swiss Textile Awards, einer der der renommiertesten Modepreise der Welt ging dieses Jahr an Mary Katrantzou.

Die erste Show liess die afrikanischen Wurzeln des Designers Duro Olowu. schnell erkennen. Schon früh begeisterten den Nigerianer den ungewöhnlichen Mix von Stoffen und Strukturen der Kleider, welche die Frauen in seinem Umfeld trugen. Es war eine erfrischende Show mit bunten Gewändern, welche die Silhouette der Frau optimal zum Ausdruck brachten.

Die Kollektion des koreanischen Designers Juun J. wurde mit der Videobotschaft eingeleitet: „Fashion is art, but at the same time scare“. Die liess er dem Publikum auch schnell spüren. Die Show wurde von einer düsteren, beängstigenden Atmosphäre dominiert. Die Models, von technisch-bedrohlichen Musik begleitet, irrten wie Roboter in Heilsandalen über den Laufsteg. Weshalb seine Mode mit Schrecken und Angst zu tun hat, blieb unbeantwortet.

Dennoch ist seine perfekt geschnittene Bekleidung wegen dem Mix zwischen Maskulinem und Femininem sehr innovativ und individuell.

Die in Griechenland geborene Mary Katrantzou und diesjährige Gewinnerin, lebt in London und ist vom Gedanke „a room in a woman“ fasziniert. So liess sie auch ihre Mode auf dem Laufsteg zur tragbaren Architektur werden. Die digitalen Prints von Räumen auf den Kleidern und die Mischung aus Seidenkrepp und Jersey verliehen den Mannequins Seriosität und Weiblichkeit. Der Rocksaum, oft durch klirrende Kettchen und Glasperlen abgerundet, ist eine Inspiration von Parfumflakons und lichtbrechendem Glas.

Der 27-jährige Jason Wu aus Taiwan präsentierte eine Kollektion, welche durch eine hochwertige Verarbeitung und Perfektion gekennzeichnet war. Sein Motto lautet „do it perfectly“, – kein Wunder tragen auch namhafte Personen, wie Michelle Obama seine Kleider.

Damir Doma’s Mode für moderne Nomaden scheint vor allem bequem zu sein. Der in Kroatien geborene Künstler überzeugte durch Eleganz und Volumen. Sein Statement: „It’s all about shape and volume“. Kleider seien eine Art Skulptur, mit weichen Materialien will er den Körper schützen. Seine Überzeugung „Clothes shouldn’t change the body“ war beim Anblick seiner teilweise doch sehr sackartigen Kleidern nicht unbedingt nachvollziehbar.

Die letzte Kollektion von Adam Kimmel ist wohl dem amerikanischen Lifestyle gewidmet. Inspiriert durch Snoop Dogg startete er seine Karriere à la Garageband und
schneiderte Tragbares für seine Freunde. Seine Models schickte er als „Gang“ auf den Runway – Schiessereien gabs nicht dafür coole Hip-Hop Wives. Ob die Kleider von gutem Stil zeugen, und von anderen Hip Hop Kleidern unterscheiden, sei dahingestellt – Das Publikum applaudierte daher eher für die Tanzeinlagen der Models.

Alexander Wang, der letztjährige Gewinner des Awards und Liebling der Fashionitas, zeigte seine neue Frühlingskollektion. Seine Liebe zu Kontrasten erkannte man unter anderem darin, dass ein Model mit kunstvoller Frisur aber mit weissem Farbfleck in den Haaren, Arbeiterhosen und doch im klassisch geschnittenen Oberteil selbstbewusst über den Runway schritt. Die letzte Show des Tages und zugleich das Highlight der gesamten Fashionweek.