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Bandit

Vor wenigen Wochen hat er an der Slangnacht 2010 den Award als bester Rap- Solokünstler gewonnen. Trotz dem kometenhaften Aufstieg ist der sympathische Rapper aus dem Glarnerland ein bescheidener Mensch geblieben. Mit Seventy führte er ein äusserst offenes Gespräch über Drogen, Frauen und seine musikalischen Projekte.

Bandit: Ich war nie ein böser Junge, aber ich habe alles ausprobiert.

Bandit, du hast soeben den Award als bester Rap an der Slangnacht 2010 gewonnen. Gratulation! Wie fühlt sich der Erfolg an?
Dankeschön! Ja das ist sehr cool, denn die Slangnacht gibt es bereits seit mehr als zehn Jahren und da trifft sich die ganze Schweizer Rapszene. Zudem wird der Preis vom Publikum per Internetabstimmung vergeben. Das freut mich um so mehr als es einem auch ein wenig beweist, dass die Leute draussen an einen denken – und das ist sehr schön.

Du bist sehr erfolgreich und deine Karriere geht in einem Höllentempo vorwärts. Bemerkst du auch erste Nachteile des Erfolgs ?
Ach… Ich weiss es nicht. Ich glaub ich habe noch nicht so einen grossen Erfolg, dass daraus bereits Nachteile entstehen könnten. Vielleicht ein wenig. Sobald es dem einen besser geht, dann findet der andere es doof, dem es grad nicht so gut geht… Den Neid bemerkt man ein wenig (schmunzelt), aber das hält sich noch in Grenzen. Ich sage mir immer, ein Künstler, der nicht beneidet wird, der hat es auch nicht wirklich zu was gebracht… darum ist Neid für mich auch eine Art Anerkennung.

Du warst nie ein Kind von Traurigkeit – Drogen, das Gericht und Polizei spielten schon mehrmals eine Rolle in deinem Leben. Willst Du jetzt deinen Anwalt anrufen ? ?
(Lacht…) Nein! Ganz klar muss ich an dieser Stelle betonen, dass ich mit harten Drogen nie was zu tun gehabt habe. Im Gegenteil, da habe ich absolut was dagegen und solche Dinge sind mir ein Dorn im Auge und das muss auch mal gesagt sein. Anderseits kiffe ich gerne und oft und dazu stehe ich auch.

Heute hast du eine Art Vorbildfunktion. Bist du dir dessen bewusst?
Mmmh. Ich glaube nicht, dass ich von den Kids da draussen der Vater bin oder sein sollte. Die Eltern sollten ihre Kids genügend aufklären und deren Vorbilder sein – das ist nicht meine Aufgabe. Mir ist aber bewusst, dass ich da draussen Kiddies erreiche und ich achte dementsprechend auch darauf, was ich sage; aber ich kann mich darin nicht selber einengen – denn meine Musik lebt von dem, was ich denke, und das sage ich auch.

Du bist ein Womanizer – du hattest ja schon Frauen mit 14 Jahren… erzähl uns alles…..
(Lacht) Ich bin Italiener und hab das irgendwie auf den Weg mitbekommen.
Ich denke auch, das hält sich irgendwie in Grenzen, aber ich bin schon immer sehr gerne mit “Meitlis” zusammen gewesen. Das ist schon so und das hab ich auch schon immer sehr interessant gefunden…

Du wohnst hier im Glarnerland in einer eher bescheidenen und kleinen Wohnung mit biederem Vorgarten und fährst kein Auto. – Bist du generell ein bescheidener Mensch?
Ja das bin ich definitiv! Ich lebe von der Rapmusik hier in der Schweiz und du kannst dir vorstellen, dass man da keine grossen Sprünge machen kann. Ich kann aber bescheiden davon leben und das genügt mir, solange ich meine Rechnungen zahlen kann und ich dafür einen Job machen darf, der mir sehr gefällt. Ich lebe mittlerweile seit mehr als drei Jahren von meiner Musik. Dies beinhaltet den CD-Verkauf, das ist klar, aber auch Konzerte und ich lege auch noch auf in einem DJ-Team und ich mache zwischendurch auch noch Workshops.

Mit deinem Debut-Album wolltest du beweisen, dass du der letzte wahre Rapper bist. Was wolltest du mit deinem zweiten Album erreichen oder erneut beweisen?
Ja das ist natürlich immer so ne Sache. Man sagt ja immer, das sei das Schwierige, beim zweiten Album nachzulegen. Ich habe das gar nicht so empfunden. Für mich ist das zweite Album kein Stress gewesen weil ich in diesem Moment einfach alles gerade so gefühlt habe. Mit diesem Album wollte ich mich vor allem musikalisch ein wenig weiterbringen. Ich wollte, dass es eine bessere Produktion wird, eine noch professionellere; ich wollte auch eine andere und neue Musik machen, die man von mir nicht erwartet. Klar wollte ich stets meine Richtung, den Rap behalten… Ich denke, das ist mir ganz gut gelungen. Ich bin zufrieden.

Ein Song von dir heisst „ehrlicher Rap“. Bist du immer ehrlich – Hand aufs Herz….
Der Song ist aber uralt (lacht) …

Egal, es geht um den Titel – bist du immer ehrlich ?
(lacht ) Ja, in der Musik bin ich auf jeden Fall ehrlich (lacht…)

Was hältst du von den vielen Castingshows – ist dieses Auswahlverfahren in deinen Augen empfehlenswert oder völliger Trash?
Klar hätten wir das früher nicht gemacht, weil es früher einfach verpönt war. Das heisst aber noch lange nicht, dass dies alles schlecht ist. Wir haben mit Rap angefangen und uns hat niemand gekannt und wir haben uns auch dazumal als Untergrundbewegung gefühlt. Alleine aus dieser Sicht wäre für uns so eine Castingshow nie in Frage gekommen. Dass es so was heute gibt, hat Vor- und Nachteile. Viele Kids habe heute so auch eine Chance sich zu beweisen. Natürlich ist klar, dass dies alles sehr verlogen ist und man sieht ja auch, dass nur sehr wenige Castingteilnehmer wirklich einen musikalischen Durchbruch erreichen. Das Beste ist wohl, wenn man an einem Casting teilnimmt, möglichst weit nach vorne kommt und nicht gewinnt. Zu gewinnen ist nicht gut. Der Name ist bereits beschlossene Sache, der Song auch und die Künstler haben kaum mehr eine Chance sich selbst zu verwirklichen. Aber wie gesagt, die Kids haben auch die Chance, sich zu präsentieren. Nur das Format, wie es aufgezogen wird, ist in meinen Augen verlogen und ich empfehle es den Kids nicht wirklich. Ich bin überzeugt, dass man es in der Schweiz auch zu etwas bringen kann, ohne eine Castingshow zu besuchen. Klar ist dies sicher der härtere Weg, aber das Showbizz war schon immer sehr hart. Mittlerweile gibt es das Internet und wenn jemand wirklich gut ist, kann er sich auch in einem so kleinen Land wie in der Schweiz ein Gehör verschaffen.

Würdest Du heute deinen Weg anders gehen?
Nein, musikalisch gesehen nicht… lacht….

Du rappst über schlechte Schulnoten, Frauen und Drogen. Zum Teil hast du mir die Fragen schon beantwortet.
Wieviel von deinem eigenen Leben steckt in deinen Texten?

Ich war nie ein böser Junge. Aber wie gesagt, ich habe alles ausprobiert ausser wirklich die harten Drogen. Ich kiffe und das tu ich auch heute noch – easy.

Sind die wilden Zeiten bei dir vorbei, hat dich das Alter eingeholt? ?
Ja es ist wirklich das Alter… das ist leider wirklich so… (lacht). Die echt wilden Zeiten sind auch bei mir vorbei. Man verändert sich.

Weitere Pläne in Bezug auf deine Musik… erzähl…?
Sicher – ich habe ein paar interessante Projekte im Kopf und bin bereits am tun, worüber ich aber nichts erzählen darf….

Wieso nicht?
Das darf niemand zum jetzigen Zeitpunkt wissen, aber ich bin fleissig und arbeite bereits hart daran – mehr sag ich nicht. Ich denke aber nicht, dass ich jetzt so mal schnell ein nächstes Soloalbum hinlegen muss oder kann. Bevor ich das tue, gibt es noch ein anderes Projekt und das Soloalbum kommt voraussichtlich 2012, auch da bin ich schon dran.

Letzte obligate Frage für deine Groupies: Bist Du noch zu haben? ?
Ich bin nie zu haben… mich muss man erobern! (lacht verschmitzt).

Also du bist gar kein Womanizer?
Nein, ich mag es, wenn mich Frauen ansprechen – ich glaube genau dieses Gen vom Italiener ist bei mir irgendwie vergessen gegangen… Ich habe gar kein Mühe mit Frauen umzugehen, aber ich bin wirklich nicht derjenige, der die Frauen jagen geht, nein, das bin ich echt nicht !

Ok, ich kenn dich ein wenig besser, weil du mal mein Lieblingsnachbar warst… wir lüften jetzt das Geheimnis.

Ich weiss also mehr als dir lieb ist. Bandit, du weisst schon, dass die Frauen ein ganz anderes Bild von Dir haben?
Das ist vielleicht automatisch eine Denkweise meiner Fans, weil ich auf der Bühne stehe. Aber Fakt ist, ich lass es gerne auf mich zukommen… auch die Frauen.

Also, komm, jetzt du hast die Frage nicht beantwortet… bist du zu haben oder nicht?
Nein, ich bin nicht zu haben (lacht….).