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Gewisse Dinge gehen einfach gar nicht

Wie etwa, sein Kind einer alten Dame im Tram Kaugummi in die Haare schmieren lassen, unter dem Argument, das sei Zeichen eines kreativen Prozesses. Oder diese Hippie-Rainbow-Shirts in Kombination mit Sandalen, die selbst Jesus nicht getragen hätte. Oder eine dreijährige Beziehung damit zu beenden, drei Tage später bereits eine Neue am Start zu haben.

Als ich nämlich unsere ehemals gemeinsame Wohnung ausräumen wollte, staunte ich nicht schlecht, dass er seine Gewohnheiten geändert zu haben schien und nun Champagner an Stelle von Bier trinkt. Dass dieses Upgrade mit einem Total-Lifting zu tun hatte, offenbarte sich mir dann im Badezimmer, wo sich meine Duschmittel plötzlich mysteriöserweise vermehrt zu haben schienen und darüber hinaus machten auch sie eine Veredelung durch: Von handelsüblich für Studentinnen zu chic für Chiccas.

Warum geht das nicht; ist doch alles halb so wild, wir waren ja getrennt und gegen seine Gefühle, so er, kann er ja nichts machen!

Gut nur, dass ich etwas gegen meine Gefühle gemacht habe, als die von mir gesuchte Wohnung mit meinen Vorhängen und meinem Grill auch noch mein Zuhause war und ich das wohl romantischste Date meines Lebens mit einem charmanten Herren hatte, ohne ihm meine angebrochene Tamponschachtel zu überlassen.

Recht hat er ja schon, dass man gegen Gefühle nichts unternehmen kann. Könnte man sie steuern, so würden sie sich nicht einfach verändern, so würden sie nicht verblassen, und dann wären wir wohl noch ein Paar. Aber eben, die Gefühle machen was sie wollen, sie entziehen sich jeder Kontrolle und daher wäre es vielleicht angebracht, sie hin und wieder mal zu hinterfragen… Oder man kann auch in die nächste gemeinsame Wohnung ziehen, ein neues gemeinsames Bett kaufen, die alte Musiksammlung mitnehmen, alle gemeinsam durchgeschauten Serien noch einmal mit neuer Gesellschaft und anderem Wein geniessen und darauf warten, bis man wieder nichts gegen neue Gefühle machen kann.

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Manchmal geschehen Dinge ohne Grund – so oder so konnten wir sie nicht erahnen – oder doch? Esther Furger zeigt uns jeden Montagmorgen wie es im Leben auch anders laufen könnte. Und nicht vergessen, den Namen niemals Dreimal nacheinander aussprechen, sonst erscheint sie blutend im Spiegel – Bloody Mary, nicht unsere Esther.