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London Fashion Week

Einmal mehr zeigt uns die kreative Stadt neben den britischen Mode-Ikonen ein innovatives Programm mit aufstrebenden Talenten an der Herbst/Winterpräsentation 2011. Diese gastierte im neo-klassizistischen Somerset House, ein historisches Gebäude, in welchem normalerweise Ausstellungen stattfinden und im Winter ein Eisfeld zum Schlittschuhlaufen einlädt.

Eine der etwas weniger besuchten Shows war die der Koreanerin Jackie JS Lee, welche mit französischen Chansons, französischem Chic und ihren schlichten Kleidern in den Portico Rooms im Somerset House überzeugte. Die Stärke der Central Saint Martins-Absolventin liegt in einer schicken, femininen Kleidung, welche jedoch einen gewissen maskulinen Schnitt und deshalb einen androgynen Touch hat. Die Models bewegen sich elegant, mit strengem, fast etwas arrogantem Blick und auffallend glänzenden Haaren durch die engen Zwischenräume an den Zuschauern vorbei. Auffallend sind gewisse Kleider, bei denen die Bluse wie an einem Kleiderbügel vor der Brust des Models hängt. Das geschniegelte und gebügelte an der modernen Frau ist Jackie JS Lee’s Ausdrucksart des Feminismus.

Aufgefallen ist auch Todd Lynn, welcher die Garderobe vieler Stars in der Musikbranche bestimmt. U2-Bono, The Rollings Stones-Mick Jagger und Keith Richarts sowie Marilyn Manson gehören zu seinen Kunden, Rock and Roll ist sein best gehaltenes Geheimnis. Leder, hochstehende Kragen, sowie feuerrote Kleider sind auf dem Laufsteg zu sehen.

Zu den Highlights dieser Fashion Week gehören sicher neben Burberry Prorsum Matthew Williamson, Vivienne Westwood, Red Label und Issa London.

Der aufregendste Tag war wohl der Montag, an welchem Fashion Week Favorit & London’s Wunderkind Christopher Kane auf dem Programm stand. Ausserdem zeigten Paul Smith, Mark Fast, Pringle of Scotland ihre neuste Kollektion. Und natürlich war an diesem Tag die Modenschau von Burberry, welche eine der meist gesehenen weltweit ist.

Die Show des britischen Superbrands Burberry Prorsum wurde dieses Jahr auch live auf dem Piccadilly Circus übertragen. 300 Fans umzingelten die Eros-Statue um sich dieses Ereignis auf dem 32 m langen Screen anzusehen.

In der Live-Show im Kensington Garden wurde zuerst der typische Karo präsentiert, allerdings jedoch etwas bunter als üblich, waren doch viele knallige Farben wie gelb, rot, petrol und violett darunter. Begleitet von der Musik von Dusty Springfield’s „you don’t own me“ schritten die Models über den ellenlangen Laufsteg. Auffällig waren die Kuhprintmützen, welche ihnen ein keckes Aussehen verliehen.

Neben Military, den 60s Mänteln und den Poncho-ähnlichen Jacken zeigte uns Christopher Bailey natürlich auch das, was der klassische Burberry-Kunde sehen wollte: ein perfekt geschnittener Trenchcoat, der den Träger vor dem typisch britischen Wind und Regen schützen soll.

Zu Roger Daltrey’s Song „it’s a hard life“ wirkten die extremen Verwendungen von Fell passend, – waren sie in allen Varianten zu sehen: über den Schultern und an den Ärmeln, als Fellmützen oder als ganze Pelzmäntel. Die ethische Frage bleibt hier im Hintergrund…

Anschliessend schickte Bailey seine Models zu Adele’s emotionalem Song „Someone like you“ in weiss wie Engel oder St.Moritz-Schönheiten über den Catwalk. Immer noch sehr klassisch und somit sicher eine Show für die breite Masse. Trotzdem war da das eine oder andere Stück etwas gewagter, unter anderem die Pullover mit den Engels-ähnlichen Ärmeln.

Das Ereignis war schlussendlich der Kunstschnee, welcher von der Decke fiel und die Models im Finale zum Soundtrack „You don’t have to say you love me“ von Dusty Springfield in durchsichtigen Capes den endlos langen Catwalk entlang liefen.

Die Show wird in die Geschichte eingehen als eine technologische Entwicklung. Die Live-Übertragung und die Übertragung an 40 weltweiten Events vom Piccadilly Circus bis nach Peking.

Was haben wir anderes erwartet vom Master of Brit Style?