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Mode Suisse Edition 2

Von Stefanie Thommen

Zum zweiten mal öffnete die Mode Suisse ihre Türen und vermochte auch dieses mal zu überzeugen. Der Anlass bietet Platz für Schweizer Designer und ist eine optimale Plattform ihre Kollektionen saisongerecht dem Fachpublikum und Modeliebenden zu präsentieren. In 3 Shows wurden die Kreationen der Frühlingskollektionen gezeigt. Viele der 22 Designer setzten aber trotz der warmen Saison auf viel Stoff und düstere Farben. Die Kollektionen waren, mit Ausnahme des Instituts Modedesign Basel und Head Geneva, welche sehr experimentelle Mode zeigten, tragbar.

So gab’s bei Claudia Zuber ein mutiger Mix aus Sportbekleidung und Bürobekleidung in Erdfarben und Rottönen zu bestaunen. Auch die Designerin von Peter Müller setzt auf Brauntöne und schwarz. Für die vielen dunklen Mäntel gab’s als kleinere Farbakzent bunte Schals. Stefanie Biggels, Kollektion erstrahlt fast ausschließlich in weiß und mit interessantem Materialmix: Blusen, Röcke und Jacken mit transparenten Elementen, Leder oder Wildleder. Außergewöhnliches Material findet man auch bei Julian Zigerli: einen Ganzkörperanzug wie die Skifahrer ihn tragen oder Hosen und Jacken mit dem Material aus dem Leuchtstreifen gemacht werden. Mit schwarzweißen Farbverläufen auf Kleidern oder transparenten Blusen vermochte auch RS Hader zu überzeugen und lieferte somit eine geglückte Premiere für die erste Kollektion. Als eines der wenigen Labels spielt Asandri mit knalligem rot, violett oder mit Blumenprints. Die Kollektion wirkt, trotz einigen Kleidungsstücken in schwarzweiß, sehr sommerlich. Figurbetonende Schnitte lassen die Trägerin sehr stark erscheinen. Genauso feminin sind die Modelle von Javier Reyes. Aus dunklen Stoffen kreierte er Hosenanzüge und Kostüme, mit sehr speziellen Schulterpartien, die von der klassischen Eleganz leben. Übergrosse Hosenbeine oder Ärmel findet man bei Ida Gut. Die Designerin setzt wie Javier Reyes auf dunkle Farben und spielt mit verschiedenen Größen. Sie zeigt zum Schluss noch zwei sehr spezielle Kreation: übergroße Röcke aus Efeublätter lassen die beiden Models wie zwei Elfen erscheinen. Marc Stone und Laend Phuengkit überzeugten mit ihrer Männermode. Wer die beiden Kollektionen an der Mode Suisse nicht bestaunen konnte, kann dies an den Mercedes-Benz Fashion Days nachholen.

Nebst viel Bekleidung gab’s aber auch Accessoires zu bewundern: Seidenschals von Ginny oder die großen Tücher mit einem grafischen Siebdruck in verschiedenen Farben von En Soie. Als einzige Designerin zeigte Erelle Bertolini von Baies D’Erelle ihre Schmuckkollektion zusammen mit der Kollektion von Little Black Dress, die wie beim ersten Mal mit verspielten Kleidchen überzeugte.

Die Designer wurden mit großem Applaus gefeiert. Schweizer Mode muss sich nicht verstecken. Zwar wird es wohl noch einige Jahre dauern bis die Internationale Modeszene auf den Anlass aufmerksam wird, doch die Voraussetzungen sind gut.

Wer den Anlass verpasst hat, kann die Kollektionen von ein paar Züricher Designer vom Montag 22.10 bis zum Samstag 26.10 im Globus an der Bahnhofstrasse begutachten und einkaufen.