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Musikalischer Jahresrückblick 2012

Wie alle Musikfans zieht auch die Blackpaper-Musikredaktion Bilanz aus dem in Bälde abgeschlossenen Jahr 2012. Die Drei haben sich aus diesem Anlass Anfang Dezember getroffen, um dem Blackpaper-Publikum einen musikalischen Über- und Rückblick auf das Jahr 2012 zu bieten. Die Ranglistenplätze wurden getreu dem demokratischen Mehrheitsprinzip – nicht jedoch ohne heftige Diskussionen und Argumentationen – sorgfältig den verschiedenen Alben, Songs, Videos etc. zugeteilt. Bleibt nun noch zu hoffen, dass die Ergebnisse dem Blackpaper-Publikum ebenso zusagen, und dass 2013 ein gleichermassen ereignisreiches Musik-Jahr wird!

 

Die besten Alben 2012

  1. The xx – Coexist
    Sie lassen die Musik lieber für sich sprechen und ans Publikum rankommen, anstatt sich selber als Künstler in den Mittelpunkt zu rücken – und genau das lieben wir an The xx! Sowohl ihre minimalistischen, auf die Musik konzentrierten Bühnenshows als auch ihr Logo „X“ sprechen für die Band. In einem Interview mit Pitchfork sagten sie folgendes: „It was supposed to be an X – we’re the xx because we like X’s. Obviously, it could get slightly old, but I like the continuity of it, and the fact that it could carry on.“ Wir danken für die endlos schöne Musik, welche es in unserem Jahresüberblick ganz weit nach oben geschafft hat und sich bestimmt auch im neuen Jahr bewähren wird! (ab)
  2. Kindness – World, You Need A Change Of Mind
    Adam Bainbridge, der Mann,der langes Bandhaar wieder salonfähig – ja angesagt – gemacht hat, ist Kindness. Kindness hat im März sein Longplay-Debut World, You Need A Change Of Mind veröffentlichtDas Album vereint Soul, Disco, R’n’B und Funk -brummt, summt und brodelt mit unheimlich stimmungsvollen, warmen Synthies und geleitet den Hörer auf einen Dancefloor auf dem Melancholie und Euphorie eng umschlungen tanzen. Viel Chic – phänomenal! (mk)
  3. Chromatics – Kill for Love
    Aus Alt mach Neu dachten sich die Jungs und Mädels aus Portland und coverten mal eben mit „Into The Black“ einen Song vom grossen Neil Young. Mit Italo-Disco haben Chromatics nichts mehr am Hut, dafür mit glamourösen Pop der Extraklasse. Ein Album das mit seinen 1,5 Stunden keine Minute zu lang ist und dem Hörer genug Zeit gibt sich in den weitläufigen Gegenden des mit wunderbaren Synthies verfeinertem Dream-Pop zu verlieren. (ys)
  4. Django Django – Django Django
  5. Alt-J – An Awesome Wave
  6. Daphni – Jialong
  7. Crystal Castles – III
  8. Hot Chip – In Our Heads
  9. Lower Dens – Nootropics
  10. Santigold – Master Of My Make Believe

 

Die besten Songs 2012

    1. The xx – „Try“
      Synthies, die wie eine Alarmsirene vor etwas warnen. Lyrics, die einem auf der Zunge zerschmelzen, wenn man sie mitsingt. Eine minimalistisch gezupfte Gitarre. Mehr braucht man nicht zu sagen. The xx sind mit ihrem Versuch zu widerstehen unsere Nummer eins des Jahres. (ys)
    2. Kindness – „House“
      Ein Klavier, eine stoische Drum-Machine und der beste Synthie-Einsatz des Jahres reichen noch nicht ganz für den zweiten Platz.  Denn dafür braucht es auch den schwelgerischen Gesang von Mr. Kindness aka Adam Bainbridge, und den brillanten Gospelchor im unerreicht schönen Refrain. Nach nur 2:45 Minuten ist der Spass vorbei – ach, nein es kommt noch was! Gott sei Dank! (mk)

    3. Chromatics – „Kill for Love“
      Ein perfekter Popsong mit Synthieklängen und Gitarrenriffs wie man sie aus den Achtzigern kennt. Das Lied trägt den selben Namen wie ihr neuestes Album und hat es in unserem Jahresrücklblich auf Platz 3 geschafft. „I want to have a lasting relationship with our fans while challenging them; give them what they want sometimes, and then give them something that they don’t know they want.“, so Johnny Jewel in einem Interview mit Pitchfork. (ab)
    4. Howler – „Back of Your Neck“
    5. Crystal Castles – „Affection“
    6. Major Lazer – „Get Free“
    7. System Of Survival – „W’Pitch Down“
    8. Purity Ring – „Ungirthed“
    9. Alt-J – „Something Good“
    10. Citizens – „Reptile“

 

Die besten Albumcover 2012

 

Die besten Konzerte 2012

  1. Austra – Frauenraum Bern
  2. Soulwax – Zürich Openair
  3. Patrick Wolf – Kaserne Basel
  4. Santigold – Kaufleuten Zürich
  5. The Kills – Blue Balls Festival Luzern

 

Upcoming Artist 2012

  1. Django Django
    Seit 2009 haben Django Django – die Kommilitonen-Band aus London – fünf Singles veröffentlicht. Alle fünf haben es auf das selbstbetitlete Debütalbum von diesem Jahr geschafft. Ein Anfang mit Ankündigung also. Dafür, dass die Platte selbst nach soviel Vorschusslorbeeren unsere kühnsten Erwartungen übertroffen hat, küren wir die Briten zu unseren Newcomern des Jahres – obwohl sie das, streng genommen, ja gar nicht sind. (mk)
  2. Alt-J
    Vier Briten aus Leeds mit einer grossen Leidenschaft: Musik. Alt-J waren erst kürzlich im ausverkauften Plaza Zürich live zu hören und stiessen auf ein ausnahmslos begeistertes Publikum. Ihr Album An Awesome Wave ist ein musikalisches Meisterwerk, welches man den ganzen Tag über hören könnte. Wir blicken somit optimistisch in ein neues Jahr und freuen uns auf  noch mehr schöne Musik von Alt-J! (ab)
  3. Kindness
    Adam Bainbridge bastelte bereits seit 2009 an seiner Musik herum, doch erst 2012 brachte er mit World, You Need A Change Of Mind sein erstes Album raus. Die Entwicklungszeit hat sich gelohnt, denn es schlug ein wie eine Bombe. Der Mann mit den langen Haaren war vor seinem Debut völlig unsichtbar und hat sich aufgrund dieses furiosen Erstlings den dritten Platz verdient. (ys)
  4. Lana del Rey
    Bereits als Lizzy Grant suchte sie ihren Weg in die Musikbranche, schaffte es jedoch erst als Lana Del Rey in die Liga der ganz Grossen – zurecht! Mit ihrem Musikvideo zum Song Video Games traf sie 2011 absolut den Nerv der Zeit, indem sie sich mit einer Art zusammengeschnipselten Videoausschnitten sowie Webcamaufnahmen auf Youtube präsentierte. Seither wird alles zu Gold, was die 26 Jährige Sängerin anfasst! Im Jahr 2012 brachte sie ihr ergänztes Album Born To Die: Paradise Edition auf den Markt, welches ein riesen Erfolg war. Wen interessiert also schon die Echtheit ihrer Lippen oder die bewusste Künstlichkeit ihres Auftretens, wenn es sowieso nichts vergleichbares wie eine Lana Del Rey gibt. Wir blicken zuversichtlich in eine vielversprechende Zukunft! (ab)
  5. Grimes
    Kanada lieferte uns dieses Jahr grossartige Neuigkeiten von musikalischen Perlen wie beispielsweise Trust, Purity Ring, Austra, Young Galaxy und nicht zu vergessen: Grimes! Kein Wunder, denn die kann was und hat sich wohlverdient in unserem Jahresrückblick verewigt. Mit ihrem neuesten Album Visions beglückte sie uns im 2012 mit tollen Hits wie Genesis, Skin oder Oblivion. Dass sie auch als Videodirector was taugt, zeigte  Claire Bouche – besser bekannt als Grimes – durch ihr Mitwirken bei der Produktion ihres Musikvideos zu Oblivion, welches es ebenfalls in unsere Jahresdelikatessen geschafft hat. Leider musste sie ihr Konzert in Zürich krankheitshalber absagen, doch wir werden bestimmt in naher Zukunft von ihr zu hören bekommen! (ab)


Bestes Musikvideo 2012

  1. M.I.A. – „Bad Girls“                                                                                                                                                  
  2. Grimes – „Oblivion“                                                                                                                                            
  3. Woodkid – „Run Boy Run“                                                                                                                                          
  4. Alt-J – „Tesselate“
  5. Haleek Maul – „Fraulein“

 

Der beste Remix 2012
Remixversionen gibt es mittlerweilse zu genüge und darunter leider auch zahlreiche Fehlgriffe. Wir präsentieren euch im folgenden jedoch fünf Perlen, welche uns ein tolles Jahr 2012 beschert haben und von talentierten DJs wie beispielsweise Trentemøller, Jamie XX oder Wankelmut geremixed wurden.

1. Niki And The Dove – „Mother Protect“ (Goldroom Remix)Niki and the Dove – Mother Protect (Goldroom remix) by RicardoJimenezAguilar

2. Asaf Avidan – „One Day / Reckoning Song“ (Wankelmut Remix)
Asaf Avidan – One Day /Reckoning Song (Wankelmut Remix) by Виkа

3. Radiohead – „Bloom“ (Jamie XX Remix)
Bloom – Jamie xx Rework by Radiohead

4. The Dø – „Too Insistent“ (Trentemøller Remix)
The Do – „Too Insistent“ (Trentemoller Remix) by inertiamusic

5. Soko – „I Kill Her“ (Hannes Fischer Remix)
Soko – I Kill Her (Hannes Fischer Remix) by Sarah Ksous

Texte und Ranglisten von Ana Brankovic, Moritz Kammer und Yannick Schwarz.