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Rost als Designkult

Der Auto-Skulpturenpark im deutschen Neandertal verlangt wahren Oldtimer-Liebhabern Tränen ab. Das Automausoleum von Michael Fröhlich zählt 50 edle Oldtimer, alle Baujahr 1950, welche gnadenlos der Natur überlassen werden. Keine Politur, keine Autowäsche für den Lack. Der Zahn der Zeit nagt an jedem einzelnen und machte unlängst  aus dem Park einen Autofriedhof. Die Fotos stammen aus dem Fotoatelier von Peter Kallwitz.

 

old23Michael Fröhlich hat ein bewegtes Leben und er ist ein Mann, der Männerherzen weinen lässt. Am 12. März wurde der in Berlin geborene Museumseigentümer 63 Jahre alt. Sein Geburtstag soll aber nicht Grund allein sein, um ihn zu würdigen und Interessantes aus der Kiste zu plaudern.

Anfänglich studierte Michael Fröhlich nach der Hochschulreife  Jura, Sinologie und speziell Philosophie. Schon während des Studiums betätigte er sich auch als Modedesigner und gründete bald die Firma Creation Michel. Wie man erahnen kann, hat ihn das im Vergleich zum Modedesign trockene Jurastudium nicht faszinieren können. So folgte auch, einige Jahre später, die nächste Unternehmensgründung der Classic Motors Design GmbH, welche außergewöhnliche Fahrzeuge herstellte. Mittlerweile war Michael Fröhlich Autodesigner geworden. Irgendwie schien sich alles um Auto zu drehen. Schöne Autos, grandiose Autos, Autos die nur wenige hatten. Zuvor saß auch auch selbst hinter dem Steuer und fuhr Rennen. Heute erinnert sein Autofachbuch daran. Die Philosophie ließ ihn aber auch nicht los und das Buch „i-Punkt“ entstand. Und so entstanden viele etliche Aktionen, die Michael Fröhlich selbst initiierte, mit denen er provozierte und seiner Kreativität freien Lauf ließ. Nicht zuletzt schuf sich der extravagante Autodesigner, Buchautor und  Kreativkopf auch seinen Auto-Skulpturenpark, ein dekadentes Autofriedhof-Museum, das starke Autotechnik durch überragende Naturkraft im wahrsten Sinne des Wortes zerlegen lässt. Bis irgendwann nur noch der Roststaub an die kostbaren Juwelen erinnert. Unter den nicht zufällig 50 ausgewählten Juwelen, alle mit Jahrgang 1950 wie der Eigentümer, befinden sich unter anderem ein 11 CV, die Gangster Limousine, die Jahrzehnte einem französischem Polizeichef gehörte. Sowie historische Porsche, Jaguar oder ein Moskovich. Jedes der Fahrzeuge ist und bietet ein Stück Historie an. Ebenfalls im Wald gebettet ein Stück der Berliner Mauer, mit der Original Graffiti und in Ost und West je ein Armeewagen der beiden Welten von 1950. Zeitzeugen des Verfalls im Verfall.

 

Der DSDS Gewinner Thomas Godoj ließ dort Aufnahmen für das Booklet der CD „Richtung G“ machen. Aber auch sonst hört man häufig von Michael Fröhlich, weil er entweder gerade ein Papst-Auto verkauft oder ein anderes Kleinod aus der Autowelt in seinem Düsseldorfer Auto-Salon.

 

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