Lexikon

A

Abnäher, keil- oder rautenförmiger abgenähte Falte; zur Anpassung fester Stoffqualitäten an die Rundungen des Körpers, bes. Brust- und Taille/Hüftbereich.

A-Linie, Modelinie, 1955 vom frz. Modeschöpfer Christian Dior (1905-57) kreiert; Silhouette: schmale Schulterpartie Hüftbetonung durch nach unten verschiedene Taillenlinie, stark ausgestellter Rock; bis in die 60/70er-Jahre vor allem in der “Jungen-Mode“ nachwirkend.

Angora, bzw. Angorawolle: feine, sehr leichte Wolle des A-Kaninchens; Verarbeitung zu hochwertigen Web- und Maschenware. Die Kurzbez. „A“ galt bis vor kurzem auch für Stoffe mit A.-Ziegenhaar; à Mohair

Applikation, aufgenähtes oder aufgeklebtes Dekorationselement aus Spitze, Stoff, Leder usw.; als Verzierungstechnik seit dem 5 Jh. Bekannt.

B

Baby-Doll, das (engl., „Babypuppe“), mädchenhafte zweiteilige Nachtwäsche; orig: locker hängendes, kurzes Oberteil mit à Puffärmeln, kleiner Pumphose, ->rüschen:1956 durch den gleichnamigen amerikanischen Film und der so gekleideten Hauptdarstellerin (Carroll Baker) modern geworden;1957 von Couturier Jaques Griffe als allg. Modesilhouette vorgeschlagen; bis heute in leicht veränderlicher Form als sommerliche Nachtwäsche.

Bahnenrock, oben aus schmalen, unten aus breiten Schnittteilen (Bahnen) zusammengesetzter Rock; Hüftbereich anliegend, zum Saum hin ausgestellt; Konstruktion 1898 aufgekommen, jedoch mit schwingender Saumweite: in dieser Schnittform seit Mitte des 20. Jh. auch à Glockenrock genannt.

Ballonärmel, im oberen Bereich ballonartig gebauschter Ärmel an Blusen und Kleidern um die Mitte der 1890er Jahre; ähnlich kurzer oder langer Ärmel in den 1970er Jahren.

Ballonrock, weiter Damenrock, bei dem die Stofffülle des Saums leicht zusammengezogen wird (z.B. durch ein am Saum rundum angenähtes Futter mit wenig Saumweite); 1950 von Madame Grés, als Silhouette 1957 von Huber de Givenchy (*1927) in Paris kreiert, an Cocktailkleidern bis um 1958 modern, kurzzeitig auch um 1987 an kurzen Röcken in der „Jungen Mode“.

Baskenmütze, flache, im allg. rundgestrickte Filzmütze ohne Schirm mit nach innen eingeschlagenem Rand, ausser in der Mitte ein 1-2 cm. Hoher Zipfel; um 1570/80 vermutlich aus dem Barett entwickelt; nationale Kopfbedeckung der Basken; gilt als typ. Kopfbedeckung von Künstlern, Fischern usw.; modern als sportliche Kappe seit etwa 1927; klassische Farben: Dunkelblau und Schwarz.

Bermuda-Shorts (Pl.; auch als Kurzform Bermudas), kniekurze Damen- und Herrenhose; Bez. nach den Bermuda-Inseln; Ende der 1950er-Jahre als Strandhose in auffallenden Farben und Mustern in Nordamerika; allg. moderne ab etwa 1965 als Freizeithose, ab den 80er-Jahren auch in eleganter Form.

Biese 1. Wenige Millimeter breit abgenähtes Fältchen, auch wulstartig mit Kordeleinlage. 2. Farbiger, schmaler Stoffstreifen als Vorstoss an Kanten der Uniformà Paspel. 3. Dicke Zierschnur als Besatz.

Billettasche, eingearbeitete Tasche mit Patte à Pattentasche, evt. Auch nur Patte über der rechten Seitentasche an Jackett oder Mantel; Mitte des 19. Jh. zur Bereithaltung des Trinkgeldes; am Mantel um 1900 zuerst am Ulster, für das Billett; ab den 30er-Jahren vielfach an eleganten und sportlichen Sakkos, an letzterem auch aufgesetzt.

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Blasebalgtasche, aufgesetzte Tasche, rundum mit einer Falte zwischen Taschenfront und Kleidungsstück, dadurch bes. grosses Fassungsvermögen; an sportlichen Jacken, Hemden und Blusen.

Bleistiftlinie, allg. Bez. Für eine Silhouette in der Damenmode mit schmalen, geraden Röcken, zum Saum hin optisch eng zugelaufen, bes. zwischen Mitte der 1940er-Jahre und Ende der 50er-Jahre; berühmt als Kontrast zur Kollektion ligne corolle des à New Look mit den weiten Röcken; Bereits im Herbst 1947 von Christian Dior an einigen Modellen unter der Bezeichnung „enge Silhouette“ gezeigt, charakteristisch für seine „vertikale Linie“, 1950; der Bewegungsfreiheit wegen häufig mit à Diorschlitz.

Blouson, das, auch der (frz.), sportliche, etwa hüftlange, weite Bluse oder Jacke; Stofffülle wird als unterer Abschluss in einem Bund zusammengefasst oder mit Riegeln u. ä zusammengehalten; seit den 1950 er- Jahren beliebter Schnitt.

Bolero, der (span). 1. Knappes Jäckchen, oberhalb der Taille endend, lange Ärmel, vorne offen, bunte Posamentenstickerei; Jacke der span. Toreros, Teil der span. Volkstracht: eingegangen in die allg. Damenmode, auch mit Abwandlung, z. B ohne Ärmel oder Revers; aktuell um 7865 und um 1900, ab den 30er-Jahren immer wieder als Ergänzung meist sommerlicher oder festlicher Garderobe. 2. Runder kleiner Hut mit hochgeschlagener Krempe; urspr. Teil der span. Volkstracht.

Bordüre (frz., „Borte“, „Rahmen“), Musterstreifen in ausgeprägter Gestaltung, entweder an der Kante eines Kleidungsstückes entlangführend oder als Teil einer Gesamtmusterung (bes. innerhalb eines Druckmusters), auch als Besatz zum Aufnähen.

Brokat (von ital. broccato „gestrickt“), allg., jedoch ungenaue Bezeichnung für ein schweres, reich gemustertes Gewebe, vor allem, wenn (bes. im Schuss) mit Metallfäden; häufig Seide; sehr wertvoller Stoff zu allen Zeiten für repräsentative Kleidung verwendet; z.B. Damast mit figürlichen Mustern.

Bügelfalte, durch Bügeln oder Tressen hervorgerufener Knick (= „Bruch“), jeweils in der Mitte der Vorder- und Hinterhosenbeine; angeblich von dem späteren engl. König Edward VII. (1841-1910) eingeführt, Ende 19.Jh; allg. durchgesetzt zwischen 1905 und 1910 an eleganten Hosen gelegentlich auch an Ärmeln von Oberhemden, um 1930 aufgekommen: typ. Für die amerikanische Konfektion; an Röcken, Faltenrock.

Bundfalte, unter dem Bund recht und links der Mitte eingelegte oder kurz abgenähte Fältchen (statt Abnäher); an Röcken, bes. aber an legeren Hosen als spez. Typ, „B.-Hose“ genannt: erstmals aktuell in den 1920/30er-Jahren, ab Mitte der 70er-Jahre weit verbreitet.

Bustier, das (von frz. buste „Büste“ „Oberkörper“), leibchenähliches Oberteil: anliegend, mit oder ohne ausgearbeiteter Brustform, oberhalb der Taille endend; mit Trägern oder trägerlos; als Unterkleidung oder sommerliches Kleidungsstück; vielfach aus dehnbarem Stoff; um 1970 aufgekommen.

Button-down-Kragen (von engl. Button „Knopf“ und down „unten“), Kragen, der an seinen Ecken unterhalb des Stegs aufgeknöpft wird; zuerst an sportlichen Herrenhemden um 1950.

C

Caban, der (auch Gaban). 1. Lose geschnittener Mantel mit spitzer Kapuze, hauptsächlich für Herren, 1. Hälfte 19.Jh.; Name und Form vermutl. nach einem ähnl. Regenmantel der Mitte des 14.Jh. durch oriental. Einfluss in Europa in Mode kam. 2. Sportlich-modischer Herrenkurzmantel; meist zweireihig, mit eingearbeiteten Taschen, leicht bis mässig tailliert; Kragen/Revers bes. ausgeprägt; im Stil Anlehnung an Marinejacken: bes. in Dunkelblau modern in den 1960er-Jahren vielfach kamelhaarfarben. 3. Zweireihige, sportliche, etwa hüftlange Jacke mit herrenmässigen Fasson und eingearbeiteten Taschen, auch mit Raglanärmelnà Raglan); bes. Ende der 60er- und in den 70er-Jahren in Mode.

Caprihose, etwa dreiviertellange, sehr enge Damenhose, häufig mit Seitenschlitzen am Saum, diese auch geknöpft, geschnürt oder mit Reissverschluss usw. geschlossen; urspr. eine Kreation des Couturiers Emilio Pucci (1914-92), um 1950, seitdem immer wieder auftauchend als modische Sommerhose.

Cardigan, der (engl.) sportliche Jacke oder ärmellose Weste, heute auch Bluse, kragenlos, häufig mit V-Ausschnitt; Name nach einer walisischen Grafschaft; seit den 1930er-Jahren.

Chanel-Kostüm, unkompliziertes, dennoch elegantes Kostüm: bequeme Jacke, ohne oder mit kleinem Revers, einreihig, vielfach mit goldfarbenen Zierknöpfen, eingefasste oder bordierte, andersfarbige Kanten, kleine Taschen; locker geschnittener Rock; typ. Aus meliertem à Tweed; dazu eine Bluse mit Schleifenkragen (Chanel-Bluse);  als Accessoires goldfarbene Ketten, auch als Gürtel, Broschen usw.; seit 1954 Kernpunkt des sog. Chanel-Stils, nach einem Modell der Pariser Modeschöpferin Coco (Gabrielle) C. (1883-1971).

Charlestonkleid, nach dem Modetanz „Charleston“ benannte Kleidform: kniekurz, locker und gerade geschnitten; modern 1925-27; die charakteristische Silhouette wurde seitdem immer wieder aufgenommen, die so bezeichneten Kleider jedoch später häufig mit einem in gerader Linie tief angesetzten, faltigen oder glockigen Rockteil oder Saumvolants versehen.

Chiffron (frz., „Lappen“), sehr zartes, transparentes Seiden- oder Chemiefasergewebe aus gekreppten oder anderen Garnen à Krepp, die ein fein strukturiertes Oberflächenbild hervorrufen, in Leinwandbindung; für Abendkleider und Schals; Bez. Gilt auch für einen sehr feinen Batist.

Courrèges-Stil, nach dem Pariser Modeschöpfer André Courrèges (*1923) benannt; Silhouette geometrisch bzw. kastenförmig oder trapezartig wirkende Kleidungsstücke, Minilänge, haupts. In Weiss, kontrastreich kombiniert mit kräftigen Farben; typ.: Kostüme mit kurzen, zweireihigen Jacken, kurze Stiefel mit flachem Absatz, auch für den Sommer, unter dem Kinn gebundene Kopfbedeckungen; Hosenanzüge; Einfluss der Weltraumfahrt und Op-Art; von Courrèges in Mode gebracht im Frühjahr 1964, bis nach 1965 hochaktuell; grosse Verbreitung.

D

Diana-Dekolleté, auch Sari-Ausschnitt, asymmetrisches Dekolleté, bei dem eine Schulter unbedeckt ist; Bez. Nach Darstellungen der so bekleideten röm. Göttin der Jagd, Diana; zunächst in der 2. Hälfte des 19.Jh. im genre canaille (urspr. geprägt von Halbweltdamen, später Anhängerinnen der Frauenrechtsbewegung) aufgekommen, in den 1930er-Jahren von der ital. Haute Couture aufgegriffen, bes. häufig jedoch an den antikisierenden Abendkleidern der Pariser Modeschöpferin Mme. Grès (1903-93), 50er-Jahre; seit Ende der 70er-Jahre gelegtl. auch an T-Shirts.

Diorschlitz, auch Diorfalte, Gehschlitz: geöffnete Rocknaht, mit Stoff unterlegt,; von Christian Dior (1905-57) 1948 für die engen, langen Rockmodelle im Zuge des à New Look entwickelt (à Bleistiftlinie).

Doppelmanschette (auch Französische Manschette), Manschette mit Umschlag; meist an eleganten Herrenhemden, von einem Manschettenknopf gehalten; aufgekommen Anfang des 20.Jh. an Seidenhemden, deren Manschetten dadurch mehr Stabilität erhielten; die D. bedeutet auch eine Hervorhebung des Ärmelabschlusses, entspr. Ist üblicherweise der Sakkoärmel gekürzt,; auch an Damenblusen.

Doubleface (engl./frz., „Doppelgesicht“), Gewebe mit zwei unterschiedlichen Seiten, beidseitig verwendbar, Muster erscheinen positiv/negativ; miteinander durch die Ketten und Schusssysteme verbunden; auch als Wirkware; Bez. Gilt auch für entspr. Wendemäntel und -jacken, in den 1920er-Jahren als Gabardinemantel mit Kamelhaarfutterseite in Mode gekommen.

Dufflecoat, der (engl.), sportlicher Kurzmantel, typ. Mit Kapuze und à Knebelverschluss; in Anlehnung an den Polnischen Rock, 1. Hälfte 19. Jh.; urspr. engl. Marinemantel; zuerst kamelhaarfarben, nach dem Zweiten Weltkrieg meist dunkelblau; in den 50er-Jahren sehr beliebt in der Herren und der (jungen) Damenmode, auch Kinderkleidung, als Manteltyp weiterhin aktuell; Bez. Nach dem gerauten, halbwollenen, in Körperbindung hergestellten „Düffel“.

E

Empiremode, Kleidung der Regierungszeit Napoleons I. als Kaiser, 1804-14; Damenkleidung: hochgegürtete Chemisenkleider der Mode à la Grecaue; jedoch ab etwa 1810: kleinere Ausschnitte, längere Ärmel, Kürzung der Kleider auf Knöchellänge, festere Stoffe; Herrenkleidung: meist farbiger Rock, vielfach Frack, Weste, Halstuch oder Jabot, Pantalons, jedoch auch noch Kniehosen (bis nach 1810), Zylinder; in der Hofkleidung Napoleons Rückgriffe auf hist. Vorbilder, jedoch Änderung der Silhouette und Einfluss auf die bürgerliche Mode nicht wesentlich; Schnittform von Kleidern und Mänteln mit Gürtung bzw. Ansatznaht unter der Büste wird auch heute mit „Empirestil“ bezeichnet.

Etuikleid, auch Futteralkleid, anliegendes, jedoch gerade geschnittenes Kleid ohne Taillentrennung, kragenlos; ab 1918 bis in die 29er-Jahre modern, auch Anfang der 60er-Jahre getragen; mit Trägern und entspr. Mit (waagerechtem) Dekolleté als Abendkleid, bes. um 1922.

F

Fischgratmuster, auch Fischgrätenmuster, „klassische“ Musterung, die durch eine Form der Körperbindung mit mehrfach wechselndem Grat entsteht; Erscheinungsbild: innerhalb von Längsstreifen fischgerätenartige Zeichnung, häufig zweifarbig, gedeckte Farben; beliebt für Herrenanzüge; nachgewiesen an german. Wollgeweben der Eisenzeit.

Flanell (von engl. Flannel „Wollstoff“), ein- oder beidseitig geraute Gewebe in Leinwand- oder Körperbindung: Baumwoll-F., Viskose-F., Woll-F.; Woll-F. als à Kammgarn, heute auch Wirkware.

Flaptasche, eingearbeitete Brusttasche mit Klappe, seit etwa 1950 an sportlichen Jacken und auch Mänteln, urspr. an Reitjacken.

Fledermausärmel, angeschnittener Ärmel, zum Handgelenk hin schmaler; schnitmässig im Bogen aus der Seitennaht führend oder nach gleicher Konstruktion als eingesetzter Ärmel aus sehr tiefem Armloch; Form bereits im hohen Mittelalter bekannt, als Bez. Um 1900 aufgekommen; bes. aktuell um 1930, 1940 und 1980 (hier bes. an Pullovern); ab etwa 1950 auch in der Herrenkleidung.

French Knickers (Pl.; engl. „französisches Höschen“), locker geschnittener Damenschlüpfer mit Hosenbeinansatz, am Saum Spitzenverzerung; aus Seidentrikot, Seide u.Ä.; in dieser Art kreiert von der Engländerin Janet Teger als exklusive Damenunterwäsche Ende der 1960er-Jahre, geht auf hist. Vorbilder zurück; Bez. Seit den 70er-Jahren; beliebt in den 80er-Jahren.

G

Gabardine, der (frz.; von span. Gabaridina), robuster Stoff aus Wolle, Baumwolle oder als Mischgewebe, heute auch mit Chemiefasern; typ. Erkennungszeichen: Körperbindung mit steilem Grat; beliebt als Mantelstoff seit Mitte des 19.Jh.; patentiert 1879 in England von Thomas Burberry als Material für den gleichnamigen Mantel und andere Kleidung, exklusives Herstellungsrecht bis 1917; auch für Armeekleidung im Ersten Weltkrieg (à Trenchcoat); heute auch für Jacken, Hosen, Damenröcke usw.

Garçonne-Mode (frz., „Knäbin“), Bez. Nach der Titelfigur eines Romans bon Victor Margueritte (1866-1942); Stil modischer Damenkleidung nach dem Ersten Weltkrieg, Ausdruck von Emanzipation; aktuell waren schmale, flache Körperformen, daher (kurze) Kleider ohne Busen- und Taillenbetonung, charakteristisch auch die Übernahme von Elementen der Herrenkleidung: z.B. des Paletotmantels, des Pyjamas als à Negligé und Kostüme mit Jackett- oder Smokingobereil; typ. Frisur: kurz geschnitten und gerade (Bubikopf) oder streng zurückgekämmt in der Art der Eton-Boys; 1920er-Jahre, bes. um 1927.

Gilet, das (frz.), kurze, schosslose Weste, ein- oder zweireihig, weiss oder farbig aus gemusterten, oft kostbaren Stoffen; bildete sich als ärmellose, hochgeschlossene à Weste heraus, 2.Hälfte 18. Jh.; häufig wurden auch mehrere G. übereinander getragen; in den 1840er-Jahren von anderen Westenformen abgelöst: Mit der Veränderung der Form kam auch die Bez. aus der Mode, gilt aber noch für die von Damen ab etwa den 1930er-Jahren zum Schneiderkostüm getragene „klassische“, herrenmässige Weste.

Gipsy-Look, folkloristischer Kleidungsstil, orientiert an Trachtenelementen der „Zigeuner“: Volant-, Stufenröcke (aus oben angekräuselten Querbahnen zusammengesetzte Röcke) oder à Zipfelröcke häufig in Patchwork-Optik; Blusen mit Dekolleté im Carmen-Look oder unter dem Busen gebunden; Anlehnungen an „Zigeunerkleidung“ bereits im 19. Jh.; aktuell seit 1976/77 im Zuge des Folklore-Stils.

Glencheck (engl.), Webmuster und Bez. Für derartig gemustertes Gewebe, meist Kammgarnstoff: bei gleichseitiger Körperbindung wechseln verschiedenfarbige Fäden in Kette und Schuss- und Kettfäden sind zu Gruppen zusammengefasst; Musterung zeugt meist ein Grundkaro und ein Überkaro; „klassisches“, gedecktes Muster, bes. beliebt für Anzüge und Kostüme, grössere Verbreitung erstmals in den 1880er-Jahren.

Glockenrock seit dem Zweiten Weltkrieg Bez. für den Tellerrock ( Schnittform: ganzer Kreis) und die Halbglocke (Schnittform: halber Kreis); mit schwingender Saumweite; auch aus einzelnen Bahnen zusammengesetzt, in dieser Schnittform bis Mitte des 20.Jh. à Bahnenrock genannt.

Godet, der (frz.; auch falsche Falte), keilförmiger Einsatz à Zwickel, haups. An Röcken, vom Saum her zwischengesetzt, um schwingende Weite zu erzielen; in ähnl. Form und mit gleicher Funktion: die Gêren an Kleidern der Oberschicht, hohes Mittelalter.

H

Hahnentritt, Webmuster und entsprechendes Gewebe; zweifarbige Musterung mit Karos, die an jeweils zwei diagonal gegenüberliegenden Ecken waagerecht (also in Schussrichtung) bzw. senkrecht (in Kettrichtung) durch eine verlängerte Ecke miteinander verbunden sind: entsteht durch spez. Farbwechsel in Kette und Schuss in Kombination mit einer bestimmten Bindung; à Pepita

Haifischkragen, mit weit auseinander liegenden Kragenecken; in der Herrenmode in den 1950er-Jahren an sportlichen, legeren Hemden aufgekommen; beliebt Ende der 2980er-Jahre, nun gerne mit Krawatte getragen; auch als Reverskragen; auch in der Damenkleidung.

Haute Couture, die (frz., „Hohe [hochwertige] Schneiderei“), sehr qualitätsvolle, exklusive Masskleidung nach Modellen einer der Jahreszeit entsprechenden Kollektion, deren jeweils erste öffentliche Vorführung als tonangebend für die allg. Mode gilt; begründet von Charles Frederick Worth (1826-95) im Paris der 1850er-Jahre; etablierte sich in der 2.Hälfte des 19. Jh. Vor dem Hintergrund des wirtschaftlich-technischen Aufschwungs; Anfang des 20.Jh. dominiert von Paul Poiret (1879-1944), der in der H.C. erstmals eine etwas lockerere Damenkleidung, unter anderem auf orientalisierende Bühnenkostüme zurückgreifend, propagierte. Im ersten Weltkrieg und danach war bes. Gabrielle („Coco“) Chanel (1883-1971) mit zweckmässig-bequemen Kleidungsstücken erfolgreich (à Chanel-Kostüm, à Jersey). Neueröffnung vieler H.C.-Häuser in den 30er-Jahren, nach Mitte des Jahrzehnts erste Stilelemente des 1947 am eindeutigsten von Christian Dior (1905-57) vertretenen à New Look; in den 60er-Jahren mehr den Modeansprüchen Jugendlicher folgend, Entstehung unkonventioneller Kollektionen mit klaren formen und Farben (z.B.à Courrèges-Stil); zunehmende Beeinflussung durch Modellgestaltung im Rahmen des à Prêt-à-porter; trotz vieler H.C.-Häuser in anderen europ. Ländern gilt die Pariser H.C. weiterhin als dominierend.

Hemdbluse, Blusenform in Anlehnung an die Silhouette von Herrenoberhemden: meist mit Umlegekragen, Bündchenärmeln, vorderer Knopfleiste, häufig aufgesetzter Brusttasche; erstmals unter dieser Bez. Ende 19./Anfang 20.Jh., in der typ. Form jedoch erst seit etwa 1916; in ähnl. Gestaltung die locker geschnittenen H.-Kleider, von Coco Chanel (1883-1971) zeitgleich in Mode gebracht.

Hippie-Mode, Kleidungsstil junger Leute als Ausdruck ihrer friedliebenden, naturverbundenen Einstellung und ihres Protests gegen die bürgerliche Wohlstandsgesellschaft; unkonventionelle, sehr legere und farbenfrohe Mode in phantasievoller Zusammenstellung; Elemente aus traditioneller Kleidung bes. ind., indian., oriental. Völker usw. wichtiges Dekorationselement und Symbol: die Blume; Mitte der 1960er- bis in die 70er-Jahre, zuerst und bes. in den USA; einige Jahre in vielfacher Ausprägung die allg. Mode beeinflussend.

H-Linie, Christian Diors Modelinie von 1954: Kleidungsstücke mit langem, anliegendem Oberteil, also tiefsitzender, z.B. mit einem Gürtel betonter, jedoch nicht allzu enger Taille; weiter oder schmaler Rock.

I

Imprägnieren (lat. „schwängern“), Durchtränkung eines Gewebes mit chem. Mitteln zur Verbesserung der Gebrauseigenschaften, haupts., um es wasser-, aber auch fleckenabweisend zu machen, Luftdurchlässigkeit bleibt erhalten.

Indienne (von frz. Indien „indisch“), bedruckter, feinfädiger Baumwollstoff; gelangte Anfang des 17. Jh. Von Indien und Persien nach Europa, hatte dort grossen Einfluss auf den Zeugdruck, wurde in Musterung und Art der Drucktechnik nachgeahmt; heute vielfach gesteifter, jedoch auch anderweitig gemusterter Baumwollstoff.

J

Jacquardgewebe, Stoff mit ausgeprägter Webmusterung in grossen Rapporten, meist sog. Bildmusterung; nach dem Jacquard-Prinzip mit Hilfe der gleichnamigen Maschine hergestellt: Durch Steuerung urspr. über ein Lochkartensystem, heute elektronisch, können für jeden Gewebeschuss beliebige Kettfäden unabhängig voneinander gehoben oder gesenkt werden; erfunden 1805 in Lyon von Joseph-Marie Jacquard (1752-1834).

Jersey, der (engl.), nach der brit. Kanalinsel J., Strick- oder Wirkware (selten: ein Kreppgewebe); heute allg. Bez. für Oberbekleidung aus Maschenware, bes. aus Wolle oder ihr ähnl. Chemiefasern; Kleidungsstücke sind dehnfähig, füllig und weich ; in den 1860er-Jahren erstmals als Sportoberteil (das J.) nach dem Vorbild der Seemannskleidung in England hergestellt; J.-Kleid: um 1879 durch die später als „J.-Lily“ bekannte engl. Halbweltdame in Mode gekommen; von „Coco“ Chanel (1883-1971) in den 1920er-Jahren erfolgreich in die Haute Couture eingeführt, wirkte stilbildend; in den 70er-Jahren wurden sog. Seidenjerseykleider (meist aus Chemiefasern) modern.

Jodhpurhose auch Jodhpurs; nach Jodhpur, einer Stadt im ind. Bundesstaat Rajasthan; Reithose, an den Oberschenkeln seitl. Ausladend geschnitten, am Innenbein mit Leder verstärkt; ab den Knien schmal, unten meist mit Umschlag, über den halbhohen Jodhpurstiefeln zu tragen; Anfang des 20. Jh. Aus einer im unteren Beinbereich engen ind. Reithose hervorgegangen, bald bei der dortigen engl. Kavallerie eingeführt, auch beim Polospiel getragen; ab etwa 1970 zuweilen als modische Damenhose zu sehen.

K

Kaftan, der (urspr. pers./arab.), langes Übergewand, angesetzte Ärmel; an den vorderen Kanten mit angefügtem, unten breiterem Keil, entspr. Grosszügig übereinander zu schlagen; gelegentl. Im oberen Bereich zu schliessen, meist jedoch nur mit Gürtel zusammengehalten, für Frauen ohne; meist kragenlos; Grundform der Kleidung, asiat./oriental. Ursprungs: im späten Mittelalter im östl. Europa als repräsentatives Gewand übernommen, beeinflusste stark die europ. Mode; bes. den K. ähnl.: Herren-, Haus- und Morgenmäntel. Seit 17. Jh.; modisches K.-Kleid heute gerade, durchgehend geschnitten.

Kammgarn, glattes Wollgarn ohne abstehende Faserenden (kurze Fasern wurden ausgekämmt) sowie das daraus hergestellte Gewebe mit deutlich sichtbarer Bindung; heute auch als Chemiefaser- und Mischgewebe.

Kängurutasche, aufgesetzte oder in eine Passennaht eingearbeitete grosse Tasche; urspr. vorn in Taillenhöhe obligatorisch in Brustmitte; an locker geschnittenen Oberteilen der Freizeitkleidung, typisch am Anorak, um 1950 aufgekommen.

Kaschmir, Landschaft im nordwestl. Himalaja; Wolle der aus dem innerasiat. Hochland stammenden K.-Ziege, vor allem deren bes. feines Unterhaar; auch Kurzbez. Für K.-Gewebe;: leichte, weiche Stoffe aus K.-Wolle oder unter Zugabe davon, meist in Kärperbindung; für Kleider, Mäntel usw.; namengebend für die daraus gefertigten K.-Schals.

Kellerfalte, Konstruktion aus zwei einzelnen Falten, bei denen die Faltenumbrüche auf der Aussenseite des Kleidungsstücks aneinander stossen; Ggs. à Quetschfalte

Kilt, der (schott.), faltenreicher, etwa knielanger Wickelrock, vorn mit einem glatten Frontstück, seitl. Mit Lederlaschen und Schmucknadel geschlossen; als unterer teil eines gefältelten, um den Körper geschlungenen karierten Tuchstücks in der 1. Hälfte des 18. Jh. Entstanden; traditionelles Kleidungsstück urspr. der Hochlandschotten, jeweils in den Farben des Clans (Stammes), auch typ. Irisch; von Schotten noch heute zu bes. Gelegenheiten, aber auch allg. als modischer Damenrock getragen.

Kimonoärmel, in Anlehnung an die Ärmelform des Kimono benannter, an das Oberteil angeschnittener bzw. in einer geraden Linie angesetzter, meist weiter Ärmel: gilt als grundsätzliche und ursprünglichste Art und Ansatzweise des Ärmels; bei schmalem Ärmel mit schräger Linienführung von der Schulter nach unten zur besseren Bewegungsfreiheit heute häufig ein à Zwickel unter dem Arm eingesetzt; modische Ärmelform seit Anfang des 20.Jh., zuerst an Reformkleidern.

Knebelverschluss, Verschluss an Mänteln und Jacken mittels eines länglichen Knebelknopfes, z.B, aus Leder, Holz oder Bambus, meist durch eine aufgenähte Schnur oder einen Lederriemen gehalten und durch eine ebensolche Schnur-/Riemenschlinge auf dem entgegengesetzten Vorderteil geführt; vereinfachte Formen mit einseitigen, in die Kante des Übertritts gefassten Stoffschlingen; bes. typ. Am à Dufflecoat.

Korsage, die (urspr. von afrz. cors „Körper“; frz. corsage „Leibchen“), körpernah geschnittenes, evtl. korsettartig versteiftes Oberteil des Kleides; heute meist schulterfrei, als Unterkleidung, an Sommer- und Abendkleidern; im 20. Jh. Charakteristisch für den à Lingerie-Stil, bes. modern an Kleidern im Romantik-Look Mitte der 70er-Jahre.

Krepp (auch Crepe, frz.), Gewebe mit feinstrukturierter Oberfläche, erzielt durch Verwendung von gekreppten, d.h. überdrehten Garnen und/oder entspr. Bindung bzw. durch Ausrüstung (Behandeln) des fertigen Gewebes, z.B. Prägung; Halbkreppgewebe: stark überdrehtes Garn meist als Schlussgarn bei glattem Kettgarn; eventuell umgekehrt.

L

Leinen, Textile Erzeugnisse aus den Fasern des Flachs (lat. Linum usitatissimum); Originalfunde von Gewebestücken bereits aus der Zeit vor dem Alten Reich in Ägypten, aber auch aus der europ. Jungsteinzeit; auch die griech.-antike, urspr. semit. Bez. „Chiton“ (von Keton „Pflanzenfasergespinst“) weist daraufhin, dass L. in Vorderasien schon früh bekannt war. Hochblüte der L.-Weberei in den nördl. und südl. Niederlanden, am Niederrhein, in Sachsen und Schlesien, 16. bis 18. Jh.

Lingerie, die (von frz. Linge „Wäsche“), Sammelbegriff für feine Nacht- und Unterwäsche bes. aus weissem Baumwollstoff bzw. Leinen, mit Stickerei und Spitzen; Oberbekleidungsstücke immer wieder im L.-Stil, bes. Blusen und sommerliche Kleider, sind feiner Wäsche nachempfunden; hochaktuell Mitte der 70er-Jahre als Teil des Romantik-Looks, bes. charakteristisch als Korsagenkleid (à Korsage)

Loden (schon ahd. Lodo „grobes Wollzeug“), Wollgewebe oder Wollmischgewebe in Leinwand- oder Körperbindung, gewalkt und geraut; typ. In Grau- und Graugrüntönen, meist imprägniert; seit jeher Wetter- und Reisekleidung; charakteristisch für Kleidungsstücke alpenländ. Trachten und der daran orientierten Trachtenmode.

Lurex (Wz.), Name eines metallisch glänzenden Garns aus Aluminium in Verbindung mit einer transparenten Kunststofffolie, daher nicht oxydierend; nach dem Zweiten Weltkrieg zuerst in den USA (dort entwickelt) aufgekommen; für festliche Damenbekleidung als Maschenware bes. Mitte der 60er- bis in die 70er-Jahre beliebt.

M

Madras, urspr. gemustertes Halbseidengewebe (Kette: Seide; Schuss: Baumwolle), aktuell für Kleider der Biedermeierzeit nach 1825; heute Bez. für ein prägnantes Karomuster, meist Baumwollgewebe; weit verbreitet nach 1930 in der Herrenmode, immer noch beliebt für Freizeitkleidung; Bez. nach der ostind. Stadt.

Mille-Fleurs (frz., „tausend Blumen“), allg. Bez. für ein sehr kleines Blütenmuster, dicht über die Fläche verstreut (Streublumenmuster); gedruckt oder gewebt als à Jacquard; beliebt für Biedermeierkleider um 1830; typ. für Liberty-Stoffe.

Mohair (arab./engl.; auch Mohär), Haar der Angoraziege; fein, lang und glänzend; verarbeitet zu à Kammgarn; so bezeichnete Stoffe sind meist Mischgewebe, bes. häufig Wolle mit M.; ausser für Oberbekleidung gern für Schals und Mützen; Angoraziegen: seit dem 12.Jh. im Gebiet um Angora (heute: Ankara) nachzuweisen.

Moiré (frz.), ripsbindiges (à Rips), quergeripptes Gewebe, mit wasserlinien- oder wolkenartiger Lichtreflexmusterung; urspr. durch leicht schräges Aufeinanderklappen und Zusammenpressen zweier Stoffoberflächen hergestellt: Liegen zwei Rippen exakt übereinander, bildet sich durch gegenseitige Prägung eine Glanzstelle (echter M.).ö Musterung wir heute meist auf einem M.-Kalander (Maschine mit gegenläufigen Walzen) eingeprägt (unechter M.); beliebt für repräsentative Gesellschaftskleidung: als „Moiré antique“ für Ballkleider, Mitte 19. Jh.; im 20. Jh. z.B. als Spiegel an Frack und Smoking; urspr. Aus Seide, heute aus Acetat.

Mokassin, der (indian.), typ. Schuh nordamerik. Indianer: aus weichem Leder, den Fuss ganz umhüllend, absatzlos; auch mit fehlbesetztem Rand an der Einschlupföffnung oder Lederfransen und/oder besticktem Vorderblatt; in den 1930er-Jahren in die Herrenmode eingegangen, jedoch in fester Form als Schnürschuh bzw. später zum Hineinschlüpfen als Slipper, gern mit Kreppsohle; hatten grossen Einfluss auf die Schuhmode; auch von Frauen getragen.

Musselin, nach der Stadt Mossul (heute Mosul) am Tigris; sehr feines, leichtes und weiches Gewebe aus Wolle oder Baumwolle, in Leinwandbindung; aus weissem Baumwollstoff typ. für Sommerkleider um 1850, weil bes. geeignet zur Herstellung der beliebten à Rüschen und à Volants; häufig bedruckt.

N

Nadelstreifen, „klassisches“ Webmuster aus feinen Streifen, in regelmässigem Abstand von wenigen Millimetern bis zu etwa zwei Zentimetern zueinander; meist helle Streifen auf dunklem Grund, auch umgekehrt; bes. für Herrenanzüge, diese oft nach der Musterung benannt; üblich seit der 2.Hälfte des 19.Jh.

Neckholder, der (engl., „Nackenhalter“), hinten und vorne tief ausgeschnittenes Kleid oder Oberteil mit angesetzten bzw. angeschnittenen Trägern, die im Nacken zusammengefügt sind oder dort gebunden werden und dadurch das Kleidungsstück halten; bes. aktuell an sommerlichen und festlichen Kleidern um 1970.

Negligé, das (von frz. négliger „vernachlässigen“; auch Déshabillé), bequeme, jedoch elegante Morgen- und Hauskleidung; in der 2. Hälfte des 17. und im 18. Jh. auch Reisekleidung, darüber hinaus im weitesten Sinne jede Kleidung für den privaten, inoffiziellen Bereich, d.h. bei Hofe im Ggs. Zur Grande parure: für Frauen vor allem die locker geschnittenen, dennoch über Korsett und Reifrock getragenen Kleider in der Art der Adrienne; gegen Ende des 18. Jh. übereinstimmend mit der nun modischen, bürgerlichen Kleidung; im Laufe des 19.Jh. wieder Bez. für elegante Haus- und Morgenkleidung, heute für einen zur Damennachtwäsche passenden, sehr leichten und meist transparenten, mantelartigen Überwurf.

New Look, der (engl./amerik., „Neues Aussehen“), Stil in der Damenmode, betont weiblich: schmale, runde Schultern, enge Taille, Büsten- und Hüftbetonung, Röcke weit und etwa wadenlang; trotz zunächst auch kritischer Stimmen (z.B. wegen der Verarbeitung aufwändiger Stoffe in grossen Mengen) ausserordentlich erfolgreich, anzusehen als Reaktion auf die Entbehrungen im Zweiten Weltkrieg, Neubeginn der Pariser Haute Couture; auf gestalterischen Grundlagen der späten 30er-/frühen 40er-Jahre basierend; Beginn mit der ersten kompletten Kollektion des Couturiers Christian Dior (1905-57) am 12. Februar 1947; bis Mitte der 50er-Jahre tonangebend; in charakteristischer Form vor allem von Dior, Jacques Fath (1912-54) und Pierre Balmain (1914-82) begründet und weiterentwickelt.

O

Organza, feines, dünnes, steifes Gewebe, ähnl. Dem Organdy, jedoch urspr. nur aus à Seide, und zwar aus nicht entbasteter, d.h. aus noch mit Seidenleim behafteten Fäden; O. aus Chemiefasern erhält eine entspr. Behandlung zur Versteifung des Gewebes.

P

Paillette, die (frz., „Flitter“), glitzerndes, heute gestanztes und gelochtes Metall- bzw. Kunststoffplättchen zur Dekoration von festlicher Kleidung; als Gebilde aus zusammengerollten Drähten bereits für Stickereien im 17./18. Jh. verwendet; in neuerer Zeit in der modischen Kleidung bes. etwa 1900-30 und in den 50/60er-Jahren beliebt, jedoch immer wieder aufgegriffen, einzeln zum Aufsticken oder als Paillettenstoff; heute auch auf Pullovern und Shirts in der Tageskleidung.

Paisleymuster, Paisleyschal, oriental. Mustern nachempfundenes Dessin mit typ. Palmetten-Motiv, das wie ein an der Spitze eingerolltes Palmblatt wirkt. Bekannt vor allem durch Kaschmirschals à Kaschmir, die ab 1802 in der schott. Stadt Paisley meist in Baumwolle nachgeahmt wurden.

Parka, der/die (engl.), sportliche, etwa knielange Jacke von bequemem Schnitt: mit grossen Schubtaschen, Tunnelzug am unteren Rand, Kapuze; meist aus robustem Baumwollstoff, häufig mit herausnehmbarem Kunstpelzfutter; urspr. Leser-/Felljacke in nordpolaren Gebieten; in neuerer Zeit als Wetterkleidung für Soldaten, daher typisch in Olivgrün; in den 1960er-Jahren orig. von vorwiegend jungen Leuten als Zivilkleidung getragen und damit in Mode gekommen.

Paspel, die (von frz. passepoil), schmaler, schmückender Vorstoss (à Biese) an Kanten und zwischen Teilungsnähten; vor allem an Ausschnittkanten auch gleichzeitig zur Stabilisierung der Form.

Pattentasche, auch Klappentasche, eingearbeitete oder aufgesetzte Tasche mit einer Klappe über dem Eingriff.

Pelerine, die (von frz. pèlerin „Pilger“), loser Umhang; spätestens ab dem 17. Jh. schulterbedeckend von Pilgern und Wanderern getragen, danach in div. Formen vielfach in der Mode zu finden; Ende 18. Jh. als grosser Schulterkragen am Carrick; typ. in langer Form als Mantelersatz von Frauen und Männern bes. in der 1. Hälfte des 19. Jh. getragen, ab der 2. Hälfte des Jh. häufig taillen- oder hüftlang an Herrenmänteln mit und ohne Ärmeln (z.B. Havelock, Inverness); auch mit zusätzlichem Schulterkragen; um Mitte des 20. Jh. Bez. für einen Regenschutzumhang.

Pepita, Bez. für ein Webmuster und das entsprechende Gewebe; sehr kleine Musterung mit Karos, die, bedingt durch spez. Farbwechsel in Kette und Schuss in Kombination mit einer bestimmten Bindung, diagonale Verbindungslinien aufweisen; meist kontrastreicher Positiv-/Negativeffekt, klassisch in Schwarz-Weiss und Blau-Weiss; Name angeblich nach einer span. Tänzerin; à Hahnentritt.

Pfeffer und Salz, kleine, punktartige Musterung, hervorgerufen durch abwechselnd helle und dunkle Kett- und Schussfäden (Fil-à-Fil); à Kammgarn; für Anzug- und Kostümstoffe.

Pikee (auch frz. piqué „gesteppt“), Baumwollgewebe mit Reliefmusterung, in Anlehnung an die Wirkung einer plastischen Stepparbeit; echter P. aus zwei miteinander verarbeiteten Kett- und Schusssystemen (Doppelgewebe); klassisch in Weiss: typ. Herrenweste der Englischen Mode im 18. Jh., später vorwiegend für Gesellschaftskleidung, gern auch für Kragen an Damen- und Kinderkleidern, für Damen auch mit passenden Manschetten als sog. Garnitur, z-B. in den 1950/60er-Jahren.

Pillbox, die (engl. „Pillendose“), kleiner steifer Hut, rund oder oval, ohne Krempe, auf dem Hinterkopf festgesteckt; von einem amerik. Kostüm-Designer in den 1930er-Jahren für Greta Garbo als Teil einer Film-Garderobe entworfen; sehr modern und weit verbreitet Anfang bis Ende der 60er-Jahre durch die damalige First Lady der USA, Jaqueline Kennedy (1929-94).

Poncho, der (indian./span.), deckenartiger Überwurf mit Kopfloch oder –schlitz; lose auf den Schultern liegend, aber auch zu kittel- oder blusenartigen Kleidungsstücken weiterentwickelt durch Zusammenfügen der seitl. Kanten; Bez. nach dem traditionellen Überwurf mittel- u. südamerik. Indianer, wohl von Chile ausgehend, in Peru nachweislich seit der Zeit der span. Herrschaft; aus schwerem, oft bunt gewebtem Wollstoff; ein Grundtyp der Kleidung, seit alter Zeit bekannt.

Popeline (auch Popelin; urspr. Papeline, vermutl. Von frz. pape „Papst“, Bez. für einen Stoff aus Avignon: im 14. Jh. Papstsitz). Gewebe in Leinwandbindung; ripsartig (à Rips): dicht gespannte, feine Kettfäden werden mit lockeren, dickeren Schussfäden zusammen verarbeitet, daher leicht gerippte Oberfläche; aus Baumwoll- oder Viskosegarn.

Prêt-à-porter, das (frz., „fertig zum Tragen“), unkonventionelle Fertigkleidung, von Modeschöpfern der à Haute Couture und eigenständigen Moderichtung zwischen Haute Couture und Konfektionsindustrie geworden; gegenseitige Beeinflussung ist obligatorisch, jedoch gehen neue Ideen seit den 1960er-Jahren verstärkt vom P.-à-P. aus. Entstanden aus den kleinen, exklusiven Modewaren-Geschäften (Boutiquen) der Pariser Couturiers, 1930er-Jahre; messeähnl. Präsentationen in P.-à-P.-Salons in Paris.

Puffärmel, spez. Der kurze, an der Schulter, also in der Kugel angekrauste und am Oberarm zusammengefasste Ärmel; modern z.B. im 16. Jh. im Zuge der Spanischen Mode, an den Chemisenkleidern vor und nach 1800; im 20. Jh. in den 30er-Jahren modern; Übergänge zu ähnl. Formen sind zuweilen fliessend; Ärmelpuffe können sich an langen Ärmeln auch an anderen Stellen befinden, meist in Verbindung mit einem P.-Stück an der Schulter.

Q

Quetschfalte, Konstruktion aus zwei einzelnen, entgegengesetzt gelegten Falten, bei denen der jeweilige Faltenbruch auf der Innenseite des Kleidungsstücks an den anderen stösst; im Ggs. zur à Kellerfalte

R

Raglan, urspr. ein Herrenmantel, dessen Ärmel jeweils mit einem Schulterstück verbunden sind, das bis in den Halsausschnitt reicht; Bez. und Entstehung gehen zurück auf den engl. Feldmarschall Lord J.H.R. (1788-1855); aktuell nach Mitte des 19.Jh., als Damenmantel ab etwa 1930/35. davor schon in der Sportkleidung; gilt als eine Schnittgrundform: kennzeichnet verschiedene Herrenmantelmodelle, wurde übertragen auf alle Arten von Oberteilen; div. Abwandlungen der schrägen oder bogigen Anatzlinie des meist zweiteiligen Ärmels.

Reiterschlitz, Reitschlitz, bis in Taillenhöhe reichender Rückenschlitz, oft mit rechtwinkligem Ansatz, an Jacketts und Mänteln; notwendig, daher typ., an Reitsakkos; im Prinzip schon an spätmittelalterlicher, zum Reiten getragener Kleidung (Reitschlitz), seit dem späten 17. Jh. am Justaucors, der heutige R. vermutl. Darauf zurückgehend.

Reversible (frz., „umkehrbar“), Gewebe mit zwei unterschiedlichen Seiten, daraus gefertigte Kleidungsstücke beidseitig zu tragen („Wendejacke“; „Wendemantel“: zuweilen auch unter der Bez. „R.“).

Rips, Gewebe mit Längs- oder Querrippen, die durch abgewandelte Leinwandbindung entstehen, wobei mehr Kett- als Schussfäden (Kett-R.: Querrippe) oder mehr Schuss- als Kettfäden (Schuss-R.: Längsrippe, seltener) gleichzeitig gebunden werden; falscher R.: Rippenstruktur entsteht lediglich durch die Verwendung von dickeren Schuss- oder Kettfäden; bes. bekannt in der Verwendung als Ripsband, vor allem für Hüte.

Romantik-Look, Kleidungsstil mit verspielten Dekorationselementen; in der jungen Herrenmode Rüschen an Kragen, Knopfleiste und Manschetten an Seidenhemden, dazu Samthosen; für junge Damen z.B. Baumwollkleider mit weiten, langen Röcken, Spitzeneinsätze, à Rüschen, à Volants, auch Miederoberteile usw.; nach 1965 einige Zeit aktuell, in der Damenmode nochmals Anfang der 1970er-Jahre.

Rüsche, gekräuselter oder in Falten gelegter, gerader Stoffstreifen; als Ausputz an Kanten, in Nähte gefasst oder aufgesetzt als à Applikation in div. Formen.

Russenbluse, auch Russenkittel, locker geschnittene, lange Bluse mit angeschnittenen oder weiten, tief eingesetzten Ärmeln; Stehbord und seitl. der vorderen Mitte angebrachter kurzer Verschlussblende, bestrickt oder bordiert; meist mit einem Bindegürtel getragen; aus der russ. Nationalkleidung übernommen; modern in den 1960/70er-Jahren für Damen, Herren und Kinder, jedoch schon früher in die allg. Mode eingegangen.

S

Samt, Gewebe mit einem Flor von nicht mehr als 2-3 mm Höhe; Kettsamt entsteht durch eine zusätzliche Florkette, Schlusssamt durch zusätzliche Florschüsse à Velours, die sich dabei bildenden Schlingen werden aufgeschnitten oder bleiben unaufgeschnitten; Herkunft unbekannt, nachweislich jedoch seit dem 14. Jh. in Italien als Seidensamt (Kettsamt) hergestellt; gehörte stets zu den bes. eleganten Stoffen.

Satin, frz. für Atlas; viel verwendet in zusammengesetzten Gewebebez. Als Qualitätsbegriff, z.B. S.-Duchesse; dichtes Gewebe mit glänzender Oberfläche; z.B. als Futterstoff, häufig aus Baumwolle oder Viskose.

Saum, bearbeitete, meist untere Kante an Kleidungsstücken; nach innen eingeschlagen oder „offenkantig“, dann versäubert bzw. als Verzierung mit einem Faden umstochen, auch mit einem Band oder Stoffstreifen eingefasst.

Schalkragen, Kragen, der schalartig um den Hals und vorn an einem weit heruntergezogenen Ausschnitt entlang führt und in diesen mündet; in einfacher, nicht konstruierter Form an Umhängen z.B. der Germanen als umgeschlagene Kante des Tuchstücks; vielfach als Pelzkragen, z.B. an Mänteln und Umhängen eleganterer Art bis heute; alternativ zum Reversfasson am Smoking; allg. vor allem an Mänteln und Kostümen; in der Konstruktion eine Zusammenfügung von Umlegekragen und Revers.

Schärpe, meist schräg über die rechte Schulter um den Oberkörper gelegtes Band oder weicher, breiter, gürtelartig um Taille oder Hüfte gebundener Stoffstreifen; als Rangabzeichen seit dem Altertum; im 16./17. Jh. als farbige Feldbinde zunächst militärisches Unterscheidungsmerkmal, aus einem diagonal umgelegten Schulterriemen (Taschenhalterung) hervorgegangen, anschliessend als Schmuck und Rangabzeichen in die Zivilkleidung eingegangen; seit der 2. Hälfte des 18. Jh. anstelle eines Gürtels zu Damen- und, bes. im 19.Jh., zu Kinderkleidern.

Schleppe, überlange, nachschleifende hintere Rockpartie, auch separate, an den Schultern oder in der Taille angebrachte Stoffbahn; ab dem hohen Mittelalter repräsentatives Element der Kleidung, bes. in höfischen Kreisen; typ. in der Burgundischen Mode, Länge nach Massgabe des gesellschaftlichen Ranges, ähnl. In der Mode des Spätbarock; Teil der Grande parure, selbstständiges Kleidungsstück, K um 1800 an Chemisenkleidern, bes. in der Hoftracht Napoleons I.; zeitweise in der grossbürgerlichen Kleidung des 19.Jh.; ab Anfang 20. Jh. zunehmend nur noch zu bes. feierlichen Anlässen, in extravaganter Form; die Nixenschleppe.

Schoss, der an einen Oberteil in Taillenhöhe angesetzte oder angeschnittene, dann optisch vom Oberteil abgesetzte Teil des Kleidungsstücks, Unterkörper und evtl. Beine mehr oder weniger bedeckend.

Schulterklappe, (auch Achselklappe, Schulterriegel, -spange), aufgeknöpfte oder festgenähte Lasche auf der Schulter; urspr. nur auf einer Schulter: Halterung für den Schulterriemen von Patronentasche u.Ä.; nach 1700: typ. an Uniformen zur Kennzeichnung von Regiment und Rang und vielen davon hergeleiteten Kleidungsstücken (z.B. à Trenchcoat).

Seide, tierische Faser aus den zu Kokons gesponnenen Umhüllungen von Seidenraupen; feinste (sog. „echte“) Seide von dem gezüchteten Maulbeerspinner: Nach Abhaspeln der Kokons innen abgetöteter Larven und Lösen des Seidenleims (Serecin) in Wasser werden die Fäden zusammengefasst und verzwirnt. Gröbere S.-Gewebe aus kurzen Fäden der Kokons ausgeschlüpfter, wilder Seidenspinner: in Europa vermutl. Seit der Antike; S. ist der Überlieferung nach seit dem 3. Jh. in China bekannt. Beginn der Seidenraupenzucht nach chines. Vorbild in Europa seit Mitte des 6. Jh., zuerst in Byzanz; seit der Antike bevorzugter, anfangs noch importierter Kleiderstoff der Oberschicht.

Shantung, Wildseidengewebe aus den Absonderungen des Tussahsoinners; unregelmässige Oberfläche mit Noppen, daher kaum glänzend; Leinwandbindung; heute auch als Imitat aus Baumwolle oder Chemiefasern; Bez. nach der gleichnamigen chines. Provinz.

Shetland, meliertes Strichgarngewebe, aus oder mit Wolle; urspr. aus Schafwolle der Shetlandinseln, die dort verstrickt und handverwebt wurde, auch heute noch Kurzbez. Für diese Wolle.

Shiftkleid (von engl. shift „einfaches Hemd“), gerade geschnittenes, lockeres Kleid; urspr. eine Kreation des Couturier Hubert de Givenchy (*1927) mit folkloristischen Anklängen: oberhalb der Taille grosszügig geschnittene Kleider, Jacken und Mäntel mit über die Schulter reichenden Passen und weiten, oben angekrausten und/oder tief eingesetzten Ärmeln.

Shorts (Pl.; von engl. Short „kurz“), Hose mit oberschenkellangen Beinen; Anfang der 1930er-Jahre erstmals als Sporthose von professionellen Tennisspielerinnen getragen; in Mode zuerst als Freizeitkleidung, später auch als Tageskleidung: à Bermuda-Shorts.

Slacks, die (Pl.; engl., „schlaff“), Damenhose mit gerade geschnittenen, umschlaglosen Beinen, Bügelfalte; urspr. aus den USA; in Mode in den 1920/30er-Jahren; in die Herrenmode übernommen und bis in die 50er-Jahre getragen; heute eine Damenhose mit gerade fallenden Beinen.

Spitze, durchbrochenes und durchscheinendes textiles Gebilde: von Lochstrukturen bis hin zu flächenfüllenden Mustern auf netzartigem Grund; werden unterschieden nach folgenden Kategorien: Nadel- oder Näh-S., geflochtene S. (z.B. Klöppel-S.), Filet-S., Häkel-S., Strick-S., geknüpfte S.; aufgekommen Anfang 16. Jh. als Nadel- und Klöppel-S.; bes. bedeutend war zunächst die ital., nach 1660 bes. frz. S., dann auch S. aus Flandern; Blütezeit im 18.Jh.; seit dem 1. Viertel des 19. Jh. maschinell hergestellt; als Ausputz der Kleidung bes. beliebt im 17.Jh. bis nach Mitte des 18. Jh.

Stehkragen, hoch stehender Kragen, im Ggs. zum Umlegekragen (gelegtl. auch mit diesem kombiniert); grundsätzliche Kragenform in div. Ausprägungen; Entwicklung im 13.Jh. aus dem mit Stoffstreifen eingefassten Halsausschnitten; charakteristisch für die Spanische Mode, 16./17. Jh.; heute auch Stehbundkragen, in schmaler Form auch „Stehbord“ genannt.

T

Taft (auch Taffet; von pers. tafteh „gewebt“), glattes, festes Seiden- oder Chemiefasergewebe in Leinwandbindung bzw. namengebend für die T.-Bindung; im Mittelalter aus dem Orient in Europa eingeführt; für festliche Kleider, aber auch als Futterstoff; um 1900 beliebte Stoffqualität für Unterröcke.

Trenchcoat, der (engl. Trench „Graben“, „Schützengraben“; coat „Mantel“), sportlicher Mantel mit grossem, hoch zu schliessendem Revers, Koller, Raglanärmeln à Raglan, Gürtel; orig. zweireihig und mit Schulterklappen, aus à Gabardine, imprägniert (à Imprägnieren): ein Modell der Firma Burberry, als Wettermantel für engl. Soldaten im Ersten Weltkrieg entworfen, dann in die Mode eingegangen; sehr aktuell Anfang der 1950er-Jahre; gilt als „klassischer“ Wettermantel für Männer und Frauen.

Trichterärmel, mit trichterförmiger Erweiterung von der Schulter aus, dreiviertel- bis siebenachtellang; z.B. an Gesellschaftskleidern um 1870; ähnl. Ärmelformen im Mittelalter ab etwa 11. Jh., um 1500 auch mit Aufschlag; Bez. nicht eindeutig festgelegt, daher Überschneidungen mit à Trompetenärmeln, à Tütenärmeln.

Trikot, (von frz. tricot; heute tricoter „stricken“). 1. Das T., körpernahes Kleidungsstück aus leichter Maschenware; heute meist Kombination von Oberteil und angearbeiteter oder separater Hose bzw. Strumpfhose; erster populärer Nachweis: das als Unterkleidung zum Chemisenkleid um 1800 getragene T.; als Sportkleidung, anfangs meist nur Oberteil, zuerst in England, Mitte 19. Jh.. 2. Der T., allg. Bez. für glatte Wirkware, meist rundgewirkt bzw. –gestrickt; bes. für Unterwäsche, zuerst für Herren, nach 1850 aktuell.

Trompetenärmel, ab Ellbogenhöhe nach unten hin erweitert; beliebt z.B. an Damenkleidern der 1970er-Jahre; ähnl.  Ärmelformen im Mittelalter, terminologisch nicht eindeutig festgelegt: à Trichterärmel, à Tütenärmel.

Tüll, netz- oder spitzenartiges Flächengebilde; in verschiedenen Techniken herstellbar, urspr. Klöppelarbeit à Spitze; Bez. nach der frz. Stadt Tulle, wo im 17./18. Jh. musterlose Klöppelspitzenstreifen, meist zur Weiterverarbeitung, angefertigt wurden; für zarte Sommer- und Festkleider, auch gern für Volants à Volant: bes. beliebt um 1850; ab 1808 mechanisch hergestellt.

Tunika, die (lat.), als Grundform der Kleidung: gerade geschnittenes Hemdgewand mit seitl. Nahtaussparungen als Armlöcher oder mit angeschnittenen oder gerade angesetzten Ärmeln; allg. getragenes Gewand der röm. Antike; ab dem 2. Jh. v. Chr. Als vornehmes Frauengewand zunächst in der Form des Chitons übernommen; dann in der typ. Form zunächst ohne Ärmel, gegürtet getragen; aus Wolle; in unterschiedlichen Längen, für Frauen lang und weit; Farbe bes. Purpur, sowie Ausgestaltung kennzeichneten Stand und Rang, z.B. einzelne Längsstreifen; ab dem 3. Jh. unter Rückgriff auf oriental. Formen mit angewebten Ärmeln; ab dem 4. Jh. obligatorische Gewandform des Herrscher- und Priesterornata (Albe); im Mittelalter bis ins 14. Jh. allg. übliches Kleidungsstück, bes. der unteren Stände; auch aus Leinen; als kurzes Überkleid oder Doppelrock an Chemisenkleidern, mehrmals im 19./20. Jh. wieder aufgegriffen.

Tütenärmel, zum Handgelenk hin tütenförmig erweiterter Ärmel; ab dem 11. Jh.; letztes Viertel 14. bis Mitte 15. Jh. weit herabhängend und vielfach gezattelt; optisch einem Flügel vergleichbar daher auch „Flügelärmel“ genannt; in gemässigter Weite modern an Kleiderärmeln Ende der 1920er-Jahre.

Tweed 1. Gewebe aus grobem Strichgarn mit kleinteiliger Musterung durch melierte oder farblich unterschiedliche Garne, vielfach auch mit Noppen; urspr. in Schottland handgesponnener und -gewebter Wollstoff, Bez. nach dem gleichnamigen Ort, berühmt ist der Harris-T.; bes. populär geworden durch die daraus gefertigten Chanel-Kostüme à Chanel-Kostüm. 2. Der T., legerer Herrenmantel; aufgekommen in den 1840er-Jahren.

Twinset, das (von engl. Twin „Zwilling“, set „Satz“, „Garnitur“), Zusammenstellung von Pullover und einer in Material und/oder Muster passenden Strickjacke; in Europa um 1950 aus der amerik. Damenmode übernommen, später auch für Herren modern; in der Herrenkleidung zuweilen Übertragung auf eine Kombination aus zwei Oberteilen in Webware.

U

U-Boot-Ausschnitt (auch Schiff- oder Schiffchenausschnitt), Halsausschnitt, der von Schulter zu Schulter in flach gebogener Linie verläuft, endet an Abendkleidern auch unterhalb der Schulter; ab etwa 1917 bis in die 20er-Jahre, heute bes. an Pullovern, T-Shirts und Kleidern.

V

Velours (frz., „Samt“), Gewebe, evtl. auch Wirkwaren, mit einer samtartigen Oberfläche, die entweder webtechnisch aus aufgeschnittenen bzw. unaufgeschnittenen Schlingen gebildet oder lediglich aufgeraut wurde; zahlreiche Ausprägungen und Erscheinungsbilder.

Viskose, im allg. Sprachgebrauch Bez. für Viskosefaserstoffe, gewonnen aus der gleichnamigen zähflüssigen Spinnmasse, die aus mit Natronlauge gehandelter und durch Schwefelkohlenstoff umgewandelter Zellulose entsteht; Verfahren bekannt seit 1897/98.

Volant, der (von frz. voler „fliegen“). 1. Rundgeschnittenes Besatzstück, entfaltet seine Wirkung durch Verarbeitung an einer geraden Kante des Kleidungsstücks, dadurch ergibt sich der glockige fall des Volants. 2. Breites, auch gerade geschnittenes Ansatzstück, vor allem unten an Röcken (à Rüsche).

W

Wasserfall 1. In lockere Querfalten fallendes, weil grosszügig zugeschnittenes Stoffteil; bes. beliebt am Halsausschnitt eleganter Kleider. 2. Grosszügige Form des Jabots im 18. Jh.

Wespentaille, ausserordentlich schmale, geschnürte Taille: typ. in der Burgundischen Mode, auch bei Männern, Spanischen Mode, Mode der Rokoko- und kurze Zeit im Zuge des à New Look

Weste (von frz. veste, heute „Jacke“, „Rock“ usw.), anliegendes Oberteil, vorn zu schliessen, zwischen Hemd/Oberhemd usw. und dem Oberrock zu tragen; etwa 1660/70 aus dem Wams entwickelt: langärmelig, mit langem Schossteil prunkvoll ausgestattet, auch mit vertieftem Ausschnitt, ab Ende 17. Jh.; ab 1. Hälfte des 18.Jh. immer kürzer, ärmellos und mit Futterrücken, jedoch noch reich ausgestaltet, aber auch aus weissem à Pikee; nach 1900 noch lange farbig und gemustert, im Ggs. zur sonstigen Herrenkleidung; obligatorisch bis in die 20/30er-Jahre, seitdem noch zum korrekten Anzug; nach 1950 auch mit anderem Charakter als sportlich/legeres Kleidungsstück; à Gilet.

Wiener Naht, bogenförmig vom Armloch, vorn etwa über die Brustspitze zur unteren Schnittkante bzw. zum Saum führende Teilungsnaht; erspart den Brustabnäher sowie die Taillenabnäher; für körperbetonte Oberteile der Damenkleidung, als Teilungsnaht im Rückteil auch in der Herrenkleidung.

Y

Y-Linie, Modelinie der Haute Couture à Haute Couture, 1955/56 vorgestellt von Christian Dior (1905-75): Halsausschnitte mit breitem Reverskragen oder anderweitigen, v-förmig wirkenden Oberteilen an sonst körpernahen Kleidern mit schmalem Rock.

Z

Zeltlinie, Rock, bei dem der untere Saum nicht waagerecht verläuft, sondern rundherum oder teilw. tiefe Einschnitte aufweist bzw. in grossen Zacken ausläuft, dies bes. bei in Bahnen geschnittenen Röcken; an leichten Sommer- und Festkleidern; erstmals Anfang der 1920er-Jahre in Mode.

Zwickel, zwischen Nähte gesetztes Stoffstück, bei Maschenware zwischengearbeitetes (z.B. gestricktes) Materialstück, zur grösseren Bewegungsfreiheit bzw. Bequemlichkeit; meist oval oder viereckig, unter der Bez. „Keil“ eher dreieckig, dann von der Kante eines Schnitteils, oft vom Saum aus, zwischengesetzt.