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Andrej Pejic

Wenn er über den Catwalk grosser Designer läuft oder Modestrecken grosser Frauenmagazine ziert, fällt er gar nicht aus der Reihe. Erst wenn man liest – Andrej Pejic – ja, ein Männername dann muss man nochmals hinschauen. Und zwar ganz genau.

Mit seiner blonden, langer Haarpracht, seinen hohen Wangen- knochen und seinem androgynen Look, entspricht er präzise dem zeitigen Schönheitsideal der modernen Frau. ER, ist DAS It-Girl unter dem internationalem Modehimmel und stellt mit seiner „Geschlechter- Vermischung“ alles auf den Kopf. Und alle lieben es.

 

Das Gender-Provokation ein grosses Thema ist, zeigte unter anderem auch englisches Magazin, welches das transsexuelle Model Lea T. und Kate Moss auf dem Cover küssen lässt. Und doch – bei ihm ist es anders. Es ist zu einfach, ihn als Transsexuell abzustempeln. Er inszeniert sich selbst nicht als aufgedonnertes Weib das viel zu breit für eine Frau wirkt, sondern er hat diesen ganz natürlichen, coolen Look.

Der aus Bosnien stammende und in Melbourne auf- gewachsene junge Herr wurde von der australischen Agentur Chadwick Models in seiner Heimatstadt entdeckt. Selbst sie haben zuerst nicht gewusst, dass er eigentlich ein Mann ist, aber als sie es erfuhren, waren sie umso faszinierter – und nah- men ihn sofort unter Vertrag. Seine blitzschnelle Karriere erzielte im Januar den Höhepunkt, als er an der Show von Designer Jean-Paul Gaultier im Brautkleid über den Laufsteg schwebte. Als einziges Model das sowohl Männermode wieauch Frauenmode präsentiert, tanzt er ganz klar aus der Reihe. Ein wahres Unikat eben. Designer lieben die Provokation – und mit ihm provozieren sie auf höchstem Niveau.

Nur alleine der Fakt, in Wirklichkeit einen Mann und keine Frau vor sich zu haben, ist es nicht. Es ist die einfache Schönheit dieser Person, und alles andere rückt in Hintergrund sobald er den Laufsteg betritt oder mit seinem tiefen Blick in die Kamera schaut. Die wahre Faszination liegt darin, dass man nach zwei Sekunden seines Anblickes wieder vergisst ob er jetzt Mann oder Frau ist. Was seine persönlichen Vorlieben bezüglich Geschlecht sein sollen, verrät er nicht. Doch er scheint insgeheim genau zu wissen, was er will, möchte sich aber nicht festlegen, um für jeden die Projektionsfläche des Unbegrenzten sein zu können. Diese Taktik funk- tioniert. Ausserdem hat er sichtlich Spass daran, zu irritieren. So antwortete er in einem Interview auf die Frage, ob er auf Frauen oder Männer liebt mit: „Ich habe zwei Lieben – Paris und den Wein.„