2042 Views |  Like

Backdesign zu Weihnachten

Detlef Kunen ist passionierter Keramikdesigner aus Dülmen in Deutschland. 2012 hat er nun eine ganz besondere Kollektion auf den Markt gebracht –  Designbackformen.  Ob eine förmliche Nachahmung der Oper in Sydney,  die der Anden oder einer Skipiste, bei Detlef Kunen saust der Puderzucker ganz neue Perspektiven herunter. Im Bild festgehalten von Peter Kallwitz.

Mit seiner neuen Kollektion passt Detlef Kunen prima in das bereits vorherrschende Weihnachtsgeschäft. Eine Designbackform haben sicherlich auch noch die wenigsten im Schrank liegen. Eine Prima Idee, um etwas ausgefallenes zu schenken.

Im Interview plauderte Detlef Kunen etwas mehr über seine Idee und Passion.

 Wie sind Sie auf die Idee zu diesen Formen gekommen? Was ist so besonders an Ihnen, vom Design abgesehen?

DK: Meine Profession ist Keramik. Ich bin ausgebildeter Keramiker/Töpfergeselle und habe danach Kunst an der Fachhochschule Kiel studiert. Aus diesem Grund sind meine Backformen aus Keramik, genauer gesagt aus hoch gebranntem Steinzeug, ofenfest und spülmaschinenfest. Im Gebrauch sind diese Formen aber genau wie die meist üblichen Metall- oder Silikonformen, d.h. sie müssen vor dem Backen eingefettet und mit Semmelbröseln oder Mehl eingestäubt werden, damit sich der Kuchen löst. „Löst sich der Kuchen auch aus dieser Form?“ ist immer eine der ersten Fragen. Ja, wenn man die üblichen Regeln einhält, also einfetten und nach dem Backen in der Form abkühlen lassen.

Wie hat alles angefangen?

DK: Ich koche und backe selbst sehr gerne. Angefangen hat alles gar nicht mit einer Backform, sondern mit einer Form für Götterspeise, eine schlichte runde Form mit einen Loch in der Mitte, die sich in Anspielung auf die Götterspeise „göttliche Erleuchtung“ nennt (siehe auch auf dek-design.de). Für meine eigene Hochzeitsfeier vor (erst) drei Jahren habe ich nach Absprache dem Koch 25 solche Formen gemacht, die er vier mal mit vier farblich verschieden Götterspeisen einformte. In der Mitte wird ein Teelicht entzündet. Es war sehr beeindruckend, als in den verdunkelten Gastraum der  beleuchtete Nachtisch für 100 Gäste herein getragen wurde.Irgendwie habe ich dann an dieser Idee weitergearbeitet und weitere Formen entwickelt, die sich zum Backen von Kuchen, aber auch für Götterspeise, Hackbraten oder Pudding eignen.  Den letzten Kick habe ich durch eine Ausstellung mit Back- und Geleeformen aus dem 19 Jahrhundert bekommen (Eine Sammlung vom Museum Leopold in Wien, vor zwei oder drei Jahren zu sehen im Museum Hülsmann in Bielefeld)

Bleiben das die einzigen Formen oder folgen noch mehr Kreationen?

DK: Ich versuche ständig neue Formen zu entwickeln, d.h., was ich jetzt anbiete, ist nicht alles. Es geht immer weiter. Ich habe auch schon einige Formen, die überhaupt nicht zu verkaufen waren, aus dem Programm genommen. Das waren aber alles Formen, die ich ganz zu Anfang herstellte, und bei denen ich teilweise ganz grundsätzliche Fehler gemacht habe, die ich inzwischen durch Erfahrung natürlich vermeide. Seit ca. 11/2 Jahren stelle ich diese Formen her, und ich stehe mit dem Vertrieb noch ziemlich am Anfang, aber ich spüre ein großes Interesse und hoffe auf den großen Durchbruch.

Wo kann man Ihre Backformen überall kaufen?

DK: Momentan vertreibe ich die Backformen noch überwiegend selbst, bin aber durchaus auf der Suche nach weiteren Händlern. Ich verkauf überwiegend in Deutschland, durch meine engen Beziehungen nach Schweden aber auch schon eine stattliche Anzahl dorthin. Auf einer Ausstellung in Gaujac/Provence in diesem Jahr (Juli bis November) habe ich auch Formen in Frankreich verkauft.

Kann man bei Ihnen auch eigene Formwünsche anfragen?

DK: Grundsätzlich besteht die Möglichkeit eine Form auf Wunsch anzufertigen. Weil dann der Auftraggeber aber auch die Kosten für die aufwendige Herstellung der Urskulptur und des Modells bezahlen muss, was sich je nach Aufwand zwischen ca.300 –ca. 700 Euro beläuft, hat sich bisher noch niemand getraut.

Warum eigentlich die Farbe gelb?

DK: Die Farbgebung ist gelb und wahrscheinlich auf manchem Bildschirm nach Grün verfälscht. Gelb ist ein warme Farbe und somit dem Zweck (Backen) entsprechend. Blau als kalte Farbe halte ich z.B. für eine Backform für nicht geeignet. Rot ist in dem hohen Temperaturbereich, in dem ich meine Ware brenne (1200°C), technisch problematisch (ein grundsätzliches, keramisches Problem). Ich denke darüber nach noch eine kleine Farbpalette aus Grün, Honigbraun, Schwarz und Weiß zu entwickeln, die ich als Sonderfarben mit einen Aufpreis anbiete. Ursprünglich – und noch nicht verworfen- war der Plan, das gesamte Projekt als „Die Gelbe Form“ zu vermarkten und logischerweise auch nur Gelb anzubieten.

Haben Sie schon erste Feedbacks erhalten, z.B. von Konditoren, wie Ihre Formen ankommen?

DK: Ich habe kürzlich einem Konditor zwei meiner Formen verkauft. Das war aber so kürzlich, dass ich noch von keinem Ergebnis berichten könnte.

Findet man Sie auf Verbrauchermessen?

DK: Ich war mit meinen Backformen zwei mal auf einer lokalen Verbrauchermesse in Münster – sie heißt „Zimt und Sterne“ – und spiele mit dem Gedanken mich im nächsten Jahr auf der Messe „eat and style“ in Köln zu präsentieren.

Könnten Sie sich vorstellen auch gängigen Trends anzupassen und spezielle Formen z.B. Herzen zum Valentinstag herzustellen?

DK: Das habe ich so nicht vor, würde und könnte aber bei entsprechender Nachfrage schnell reagieren und solche speziellen Formen Herstellen. Meine Intention ist in erster Linie mich von dem allgemeinen Angebot abzusetzen. Dies geschieht durch die ungewöhnliche Form an sich, speziell versuche ich dabei auch immer wieder z.B. asymmetrische und unregelmäßige Formen zu schaffen, die gewissermaßen mathematisch nicht ohne weiteres zu erfassen sind, und auf diese Weise für eine automatische Großproduktion schwierig zu bearbeiten ist, nicht aber für eine kleine handwerkliche Produktion wie meine.

www.kunen.de

www.dek-design.de