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Erbe der Ming-Dynastie

Antike chinesische Möbel sind rar und sind keineswegs mit neuen billigen Replicas zu verwechseln. Die Nachfrage der westlicher Kundschaft nach Ming-Möbeln, began bereits nach Oeffnung des vielzitierten Bambus-Vorhangs.  Der Grossteil der antiken Möbel die sich in China heute noch im Umlauf befinden stammt aus den letzten 50 bis 60 Jahren der Qing-Dynastie.

Seit es Liebhaber von Mobiliar gibt, existieren allerhand Formen von Mobiliar, welche so vielfältig gestaltet sind wie die Erschaffer und Hersteller selbst. Oftmals stehen Funktionalität und Bequemlichkeit im Vordergrund, Möbelstücke können ebenfalls einen bestimmten sozialen Status repräsentieren und zu Symbolen der Macht werden – insbesondere bei Möbeln der Ming-Dynastie war das der Fall.

Ming-Stil

Möbel der Ming-Dynastie (1368  – 1644 n.Chr.), vorallem aus der Blütezeit unter Kaiser Wanli,  waren dazumals da um einen bestimmten sozialen Status zu präsentieren. Ming-Möbel definieren einen unsichtbaren Raum, den man mit den Augen des Westens zunächst nicht wahrnimmt und mit anderen Kriterien messen muss. Die Möbelstücke folgen der Ordnung «tian-di-ren», Himmel-Erde-Mensch, welche Ausgangspunkt jeder chinesischen Denkweise ist. Die Schlichtheit der Objekte widerspiegelt die Bescheidenheit der menschlichen Existenz. Aus diesem Grund verzichtete man auf Ornamente und Materialvielfalt und verwendete ausschliesslich den denkbar einfachsten Werkstoff: Holz. Vorwiegend wurde exotisches Huanghuali-Holz verarbeitet, ohne Nägel oder Klebstoff, um jede Spur eines menschlichen Eingriffs zu vermeiden. Bezeichnenderweise traten auch die Handwerker und Künstler hinter ihr Schaffen und Kusntwerke und blieben gerne anonym.  Leider wurden etliche Möbelstücke der Ming-Epoche in früheren Zeiten Opfer von Bränden und Zerstörungen.Die meisten Möbel, die heute im Ming-Stil angeboten werden stammen jedoch tatsächlich aus der Zeit der Qing Dynastie, da man auch in dieser Zeit diesen Stil sehr schätzte und deshalb weiterhin nachbaute.

Eine der grössten Versteigerung von von antikem chinesischem Mobiliar erfolgte bereits 1996 im  Auktionshaus Christie’s in New York – der Erlös  11,2 Millionen US-Dollar, einer der grössten Summen die jemals für antike chinesische Möbel erzielt wurden.