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Gut getafelt, schwer geschlemmt Il Tavolo ist sicher nichts für Kalorien-Phobiker

Bildschirmfoto 2015-07-01 um 19.27.54Es sind diese Abende, an denen es kein Genug, kein Ende gibt. Eigentlich hat man beschlossen, dass diesem kleinen kulinarischen Leckerbissen auf jeden Fall kein weiterer mehr folgen wird. Schliesslich hat jeder gefühlte 1000 Kalorien. Und dann macht man sich doch noch einmal auf den Weg und lässt sich in freudiger Erwartung vom Spitzenkoch höchstpersönlich einen Teller reichen. Auf dem Rückweg liegt zudem noch die Bar, hinter der freundlich lächelnde Menschen für Lust auf ein weiteres Glas Champagner oder Wein sorgen. Am Ende des Events geht man dann nach Hause und weiss, dass die Schlemmerei sicher einige Gänge ins Fitness-Studio nach sich zieht. Doch bei einem Event wie dem Il Tavolo an Kalorien zu denken und sich in Bescheidenheit zu üben, wäre vollkommen fehl am Platz am gewesen. Denn wann wird man schon für 95 Franken von zahlreichen Schweizer Sterneköchen verwöhnt?

Bereits zum 4. Mal fand das kulinarische Festival in Zürich statt. Fünf Tage lang wurde an verschiedenen Orten und in Form unterschiedlicher Veranstaltungen in der Limmatmetropole an den Tisch geladen. Jedes Event dabei für sich ein Highlight, obwohl das Dinner am Samstagabend im Engrosmarkt sicherlich als krönender Abschluss gesehen werden kann. 200 Meter lang zog sich die Tafel durch die Markthalle, rechts und links flankiert von kulinarischen Genussstationen. Und während hier normalerweise jeden Morgen – bis auf Sonntag – ab 4.15 Uhr hart gearbeitet wird, ging es an diesem 27. Juni eben nur ums Geniessen. 15 Spitzengastronomen servierten 30 Mini-Menüs, die in Form kleiner Teller-Arrangements selber gereicht und in entspannter Runde bei freier Tischwahl verputzt wurden.

Unter anderem tischten dabei in diesem Jahr die Küchenchefs des Baur au Lac, des Hotel Storchen, des Dolder Grand und Park Hyatt Zürich auf. Und so konnte ich als regelmässige Zürich-Besucherin, aber eben nicht Daueransässige, die Küche einiger der besten Restaurants der Stadt in nur wenigen Stunden testen. Und das wie Eingangs erwähnt zu einem im Verhältnis zum Angebot geringen Preis. Zu meiner persönlichen Bestenliste zählten sicherlich der kurzgebratene Thunfisch mit Couscous und Curryschaum (Frank Widmer, Park Hyatt), der Lachs auf Zedernholz mit Kartoffel-Meerettichpüree und Zitronenkonfit (Sebastian Wirsching, restaurant parkhuss) sowie die Jumbo Krabben mit Fregola Sarda, Zitronen und Bottarga (Kay Schultz & Tino Staub, Widder Hotel). Wobei das ja bekanntlich Geschmackssache ist und meine Tischnachbarn zu einem anderen Ergebnis kamen. Fakt ist, dass ich sicher im kommenden Jahr wieder dabei bin, egal, wie viele Stunden auf dem Crosstrainer das auch nach sich zieht.