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Jack Daniel’s feiert seinen 162. Geburtstag

Die beliebte Whiskey-Marke aus Tennessee blickt auf eine traditionsreiche Vergangenheit zurück. Seit mehreren Generationen wird der Whiskey nach unverändertem Originalrezept durch ein einzigartiges Verfahren hergestellt. 

Jasper «Jack» Newton Daniel war Lebemann, Musikliebhaber und Freigeist. Um sein Leben, sein Wirken und seinen Whiskey ranken sich Mythen und Legenden. Angefangen bei seiner Geburt: Offiziell wurde Jasper «Jack» Newton Daniel, Gründervater der Whis-keymarke Jack Daniel’s, 1850 in Lynchburg im amerikanischen Bundesstaat Tennessee geboren. Inoffiziell soll er aber bereits zwei Jahre früher zur Welt gekommen sein. Ebenso unklar wie das Jahr ist auch der genaue Tag seiner Geburt. Klar ist: es war irgendwann im September. Deshalb feiern seine Fans den Geburtstag den ganzen Monat lang – um den richtigen Tag ja nicht zu verpassen.

Frühe Leidenschaft für Whiskey 

Jack Daniel selbst hat der Legende nach sein wahres Alter bewusst verschwiegen. Wahrscheinlich, um seinen zahlreichen Eroberungen mit jugendlicher Frische zu imponieren. Jack Daniel hatte bei Frauen durchaus Erfolg, blieb aber sein Leben lang Junggeselle. Unabhängigkeit ging ihm über alles, was sich schon im Kindesalter zeigte: Im Alter von sechs bis neun Jahren, auch hier ist die Legende ungenau, lief Jack Daniel von zu Hause weg. Zuerst fand er Unterschlupf bei einem Freund der Familie, später bei einem Pfarrer. Dieser besass eine kleine Farm – und destillierte nebenbei seinen eigenen Whiskey. Als die Gemeinde das geheime Hobby des Pfarrers entdeckte, stellte sie ihn vor die Wahl: entweder predigen oder Whiskey destillieren. Da packte der junge Jack Daniel seine Chance, kaufte dem Pfarrer die kleine Destillerie ab und gründete 1866 – im zarten Alter von etwa 16 Jahren – die Firma «Jack Daniel’s».

Kantig wie Jack selbst 

In den folgenden Jahren perfektionierte Jack Daniel das einzigartige «Charcoal Mello-wing-Verfahren». Schnell erlangte sein Whiskey weit über die Region hinaus Bekanntheit. Bis zum heute bekannten Whiskey in der charakteristischen, kantigen Flasche war es jedoch ein weiter Weg: Jack Daniel selbst konnte sich nur schwer damit anfreunden, Whiskey in runde Glasflaschen abzufüllen, wie es viele andere Produzenten zu dieser Zeit taten. Viel lieber verkaufte Jack seine edlen Tropfen direkt im Fass. Erst beim letzten verzweifelten Versuch konnte ihn ein Glasbläser überzeugen – mit einer eckigen Flasche. Sie sei «genauso kantig wie er selbst», soll Jack Daniel gesagt haben. Seit ihrem ersten Einsatz 1895 hat sich die charakteristische Form nur wenig verändert.

 

Die Prohibition: Eine Herausforderung für Jack Daniel’s 

Zwei Jahre vor Jacks Tod 1911 stand die Marke Jack Daniel’s kurz vor dem Aus. Im Zuge der Prohibition wurde Moore County, in dem Lynchburg und somit die Jack Daniel’s Destillerie liegt, zum «Dry County» erklärt: Der Verkauf, Ausschank oder Transport von Alko-hol wurde verboten; die Destillerie musste geschlossen werden. Jacks Neffe Lem Motlow, der die Whiskey-Destillerie übernommen hatte, gab sich aber nicht kampflos geschlagen: Mit seinem Versprechen «ich werde etwas für mich tun, aber auch für euch» bewarb er sich erfolgreich um einen Sitz im Senat. Die Wähler hatten verstanden – Lem Motlows Wahl war reine Formsache. Einmal im Amt, sorgte er dafür, dass das Gesetz gelockert wurde und die Destillerie 1933 ihren Betrieb wieder aufnehmen konnte. Und so konnte Jack Daniel’s Tennessee Whiskey seinen Siegeszug fortsetzen. Noch heute gilt diese Ausnahmebewilligung für die Produktionsstätte von Jack Daniel’s: Zwar ist Moore County noch immer ein «Dry County» und somit die Stadt Lynchburg eine «Dry Town» – in der Destillerie darf der Whiskey aber weiterhin produziert werden. Wie zu Jack Daniel’s Zei-ten.