1645 Views |  Like

Klassentreffen im Engadin

Bildschirmfoto 2015-10-18 um 19.49.59 Die Passione Engadin ist mehr als nur eine Rallye. Es geht vielmehr um Leidenschaft für alte italienische Autos und die Freude am Fahren. Daher konnte ich in diesem Jahr erneut beim einmal im Jahr stattfindenden Event in St. Moritz erneut Kampf-, mehr aber noch Teamgeist erleben.

Abgefahren. Ja, das war sie die diesjährige Passione Engadina. Zum zweiten Mal dabei habe ich es als Co-Pilot in unserem Classement bis ganz nach oben auf das Siegertreppchen geschafft. Und das trotz geplatztem Reifen auf der Autobahn. Doch mein Steuermann Claudio, Besitzer und Kenner des Alfa Romeo Giulietta Spyder aus dem Jahr 1960, manövrierte uns nicht nur sicher auf die Standspur, sondern auch der Reifenwechsel war entsprechend schnell und professionell. Und so konnten wir die einmal im Jahr organisierte Rallye mit Ziel in St. Moritz bis zum Ende mitfahren und am Ende die Trophäe für Wagen bis zum Baujahr 1970 in Empfang nehmen.

Bildschirmfoto 2015-10-18 um 19.49.24

Initiator der Passione Engadina ist Paolo Spalluto; erfolgreicher PR-Fachmann und Liebhaber alter Autos. 2012 gab er mit dem Wunsch, dass Schöne und Traditionelle Italiens in Form von Oldtimern und Sportcars nach St. Moritz zu bringen, zum ersten Mal den Startschuss zur Tour. Seitdem lädt er in jedem August genau 100 Besitzer alter Autos ein, ihren Oldies eine Ausfahrt durch das Engadin zu gönnen. Auffällig ist, dass wer einmal teilgenommen, eigentlich immer wieder kommt. Klassentreffen ist gilt in diesem Zusammenhang daher gleich im doppeltem Sinne. Wer dabei übrigens aus welchen – wie es immer so schön heisst – Kreisen stammt, spielt keine Rolle. Man sagt „Du“ und das Auto ist der Held der Stunde, egal ob Politiker, Rennfahrer oder Präsident einer italienischen Luxusdesigernmarke.

Natürlich werden auch beim Reglement keine Ausnahmen gemacht: Das Auto muss ein italienisches Modell und älter als 30 Jahre oder ein italienscher Sportwagen, der nach 1981 zugelassen wurde, sein. In jedem Jahr steht zudem eine Marke im Fokus. 2015 war es Ferrari. Unter anderem daher am Start ein Ferrari 212 Inter, dessen Papiere die Erstzulassung im Jahr 1953 dokumentieren. Die Geschichte des Autos selber ist mündlich überliefert. Weltweit wurden nur 16 Modelle produziert, wobei dieses Exemplar dem Filmproduzenten Roberto Rossellini gehörte. Er hat es als Hochzeitsgeschenk für seine Frau, die Schauspielerin Ingrid Bergmann gekauft. Doch wie das Leben so spielt, ereilen auch reiche Menschen, Hungerjahre und so veräusserte er die Sonderanfertigung. Nach einigen Besitzern gehört sie nun dem im Ruhestand lebenden italienischen Industriellen Antonio Pasquale. Dazu auch dabei ein Auto aus der Sammlung des ehemaligen Rennfahrers und Gründers von Lista Office Fredy Lienhard. Auf 17 Millionen schätzen Kenner den Wagen, der während der Tour viel Lärm machte und entsprechende Blicke auf sich zog.

Im kommenden Jahr wird nun der Alfa Romeo die Hauptrolle spielen und die Vorbereitungen laufen bereits. Wer mehr wissen und eventuell im kommenden Jahr antreten möchte, der findet alle Infos unter www.passione-engadina.ch. Ich werde auf jeden Fall wieder dabei sein. Titel-Verteidigung ist das Ziel.

Fotos ©_Massimiliano_Rossetto