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Licht ins Dunkel bringen Mit der richtigen Beleuchtung Highlights setzen

blackpaper.ch Bild 1Wer einen Fernseher mit Ambilight gesehen hat, kann sich in etwa vorstellen, wie stylish ein Raum wirken kann, wenn die Wände oder die Decke leuchten, ohne dass ein greller Strahler sichtbar ist. Das Geheimnis einer indirekten Beleuchtung liegt meistens darin, dass kleine Zierwände gezogen werden oder verborgene Nischen genutzt werden, die sonst ohnehin nicht gebraucht werden. Doch welche – vor allem nicht zu teuren oder aufwändigen – Möglichkeiten gibt es, um Räumen oder auch Gegenständen ein Upgrade zu verpassen und bestehende Lampen einfach dafür zu nutzen, um coole Akzente zu setzen?

 

Arten von Beleuchtungsmöglichkeiten

Zunächst ist es sinnvoll, die in Frage kommenden Leuchtmittelarten zu kennen, um deren Einsatz planen und nach Wunsch sogar ein ganzes Licht-Konzept für die Wohnung bzw. einzelne Räume erstellen zu können. Also folgen hier die wichtigsten Basics, um aus dem eigenen Lebensraum mehr zu machen.

Gerichtetes und nicht-gerichtetes Licht: Für Stellen, die einzeln und gezielt beleuchtet werden sollen – also beispielsweise um Highlights zu setzen – eignen sich vor allem Halogen- und LED-Spots sowie Wandstrahler. Auf diese Weise wird die Helligkeit in Form eines Kegels auf einen bestimmten Punkt gebündelt, was ihn natürlich hervorhebt. Die allgemeine oder auch nicht-gerichtete Beleuchtung wird hauptsächlich durch kugelrunde oder Röhrenformen erreicht. Dies ist beispielsweise bei den klassischen Birnen- oder Kerzenformen, aber auch bei Leuchtstoffröhren der Fall.

Besondere Formen: Eigentlich keine eigene Art, doch je nach Verwendung eher als gerichtet oder nicht-gerichtet zu beschreiben sind z.B. LED-Schläuche, einzelne kleine Dioden oder Ketten. Während Schläuche offen sichtbar meist nicht sehr elegant wirken und erst durch die versteckte Anbringung um die Konturen eines anderen Gegenstands für eine ansprechende Optik sorgen, können Sternenhimmel aus einzelnen LEDs bzw. Ketten sehr schnell einen gewissen Charme in die Wohnung bringen. Bestes Beispiel: Die Lichterketten an Weihnachten, mit denen viele Menschen noch heute traditionsmässig ihre Fenster schmücken, verändern von jetzt auf gleich die Atmosphäre im und vor dem Haus.

Lichtstärke und Farbwärme: Da es heutzutage viele verschiedene licht ins dunkel 2Hersteller und Bauarten von Lampen – also z.B. die mittlerweile nach EU-Richtlinie verbotenen Glühbirnen, die Energiespar-, LED-, Halogen- und natürlich auch Leuchtstofflampen – gibt, wird zur Unterscheidung der Lichtstärke der Lumen-Wert angegeben. Je höher dieser ist, desto heller das Licht – Je nach Einsatzort kann weniger jedoch mehr sein. Im Wohnzimmer möchten beispielsweise die wenigsten Menschen eine vollständige Raumausleuchtung, sondern lieber eine gedämpfte, warme Beleuchtung zum Entspannen. Um die Wärme des Lichtes anzugeben, werden die Temperaturen der Farbe in Kelvin angegeben, wobei 2.500°K eher eine orange-gelbe und 5.000°K eher eine blau-weisse Note haben. Auch hier sollte bewusst gewählt werden, da die wärmeren Farben eher zum Entspannen verleiten und im Gegensatz zu kälteren Farben die Konzentration sinken lassen, was im Büro nachteilig wäre. Mehr zum Thema Farbtemperatur gibt es hier.

Ein individuelles Lichtkonzept entwerfen

Wer wirklich Lust hat, einen bestimmten Raum oder gar die ganze Wohnung lichttechnisch aufzumotzen, kann mit der folgenden Checkliste und diesen Tipps einiges rausholen, um vergleichsweise günstig die komplette Atmosphäre entsprechend den eigenen Wünschen und Vorlieben zu verändern:

  • Gibt es bestimmte Objekte – z.B. Regale mit Bücher-, Musik- oder Filmsammlungen – die hervorgehoben werden sollen? Was soll im Mittelpunkt des Raumes stehen?
  • Welchen Zweck hat der jeweilige Raum oder Bereich? Soll er zur Entspannung oder zum Arbeiten dienen?
  • Wer wird sich hauptsächlich in diesem Raum befinden? Wird dort Besuch empfangen oder wohnen darin beispielsweise Kinder?
  • Eine Skizze der betreffenden Räume kann helfen, die Bereiche zu wählen, die beleuchtet bzw. von den jeweiligen Lichtkegeln und der Reichweite abgedeckt werden sollen. Diese muss nicht besonders ausgefeilt oder detailliert sein, sollte jedoch die wichtigsten Objekte und auch die geeigneten Stromanschlüsse beinhalten.
  • Wenn bereits bestehende Lampen mit durch neue Birnen ersetzt werden sollen, ist es ausserdem sinnvoll, die jeweiligen Fassungen (für Birnen typischerweise E14, E27 und für Spots meist GU5.3 sowie G10) direkt miteinzutragen, damit diese beim Einkauf berücksichtigt werden können.
  • Wer sich inspirieren lassen möchte oder noch keine genaue Vorstellungen hat, kann hier Lampen nach Räumen oder Stil wählen und sich ausserdem verschiedene Tutorials zu den Basics der Beleuchtung ansehen. So werden auch die oben genannten Grundlagen anschaulich in Videos und verständlichen Bildershows näher erläutert.

Nachfolgend noch ein paar Beispiele über die Möglichkeiten, die für einzelne Fälle in Frage kommen:

Den Fernseher nachrüsten

Ein Fernseher ist mit einem LED-Farbwechsler ziemlich leicht nachgerüstet. Für diesen Zweck eignen sich LED-Schläuche sehr gut, da diese um an die Rückseite des Fernsehers angepasst und zum Beispiel mit doppelseitigem Klebeband oder Klettverschluss-Streifen angebracht werden können. Modelle mit Fernbedienung und automatischen Farbwechseln in allen Kombinationen aus Rot, Grün und Blau (RGB) sind dafür zwar nicht zwingend notwendig, doch vorteilhaft. Damit wird der TV zum Highlight und das Wohnzimmer mit geringem Aufwand und Stromkosten in einer Farbe beleuchtet, die sich der gewünschten Stimmung anpassen lässt.

Ideen für eine indirekte Beleuchtung

Liebhaber von aufwändigeren Do-It-Yourself-Lösungen haben die Möglichkeit, eine kleine Vertäfelung an der Wand oder auch der Decke zu bauen, die durch eine indirekte Beleuchtung den ganzen Raum modernisiert. Dabei wird eine Holzplatte auf der Vorderseite lackiert. Auf der Rückseite werden, für den späteren Abstand zwischen Platte und Wand, kleine Kanthölzer angebracht, die wahlweise geklebt oder mit Winkeln festgeschraubt werden können. Anschliessend werden an den Kanten der Rückseite – genau wie bei dem Ambilight-Fernseher – ein LED-Schlauch oder aber beliebige andere Lampen wie Strahler oder Leuchtstoffröhren angebracht. Zuletzt wird nach der unauffälligen Verkabelung (möglichst mit einer verborgenen Steckdose) die so vorbereitete Vertäfelung mit Schrauben und Dübeln an der Wand bzw. Decke angebracht.

Mit weit geringerem Aufwand können Wände und Decken auch mithilfe von Wandstrahlern oder Spots beleuchtet werden, die in einem flachen Winkel auf die Fläche strahlen. Diese müssen dann jedoch eine hohe Leuchtleistung erbringen. Ecken können hingegen mit Leuchtstoffröhren oder LED-Schläuchen beleuchtet werden, die mit hohen und schmalen Plexiglas-Platten in Milchglas-Optik abgedeckt werden. Auf diese Weise sind besonders günstige Verschönerungen ohne grosses handwerkliches Geschick möglich. Weitere Ideen für die Wohnungseinrichtung gibt es auch auf dieser Seite. Mit diesen können bestehende Wohnungen ebenfalls schnell und einfach verschönert werden.

Bilder:

Abbildung 1: ©Stephan Legachev – commons.wikimedia.org (CC BY 3.0)

Abbildung 2: ©Snapographic_com – Pixabay.com (CC0 1.0)