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The Purge – EXKLUSIV-Interview mit Ethan Hawke

purge_11_xp_sznScience Fiction hat schon immer unsere Phantasie beflügelt, in uns Wünsche, Vorstellungen aber auch Ängste geweckt. In dem Streifen „The Purge“, mit Ethan Hawke in seiner Rolle als James Sandin, präsentiert Science Fiction erneut die Stärke und Macht von Bildern und Vorstellungen, erst recht, wenn gewisse Sachverhalte gar nicht so unrealistisch und durchaus möglich erscheinen. Im Exklusiv-Interview erzählt Ethan Hawke zudem über seine Anfänge als Schauspieler, warum es keine männlichen Charaktere ohne gewaltätige Rollen geben kann und plaudert über seine Dreharbeiten zu „Before Midnight“ (2013).

Hier gehts zur Verlosung von THE PURGE

Gelegen in einer despotischen Zukunft , präsentiert „The Purge“ (2013) eine amerikanische Gesellschaft, scheinbar frei von Kriminalität, Armut und Arbeitslosigkeit und das dank einer einzigen Nacht des Chaos – eines jährlichen “ Purge“, in der die Bürger rechtlich verpflichten werden jedes Verbrechen zu begehen, was sie wollen , ohne Angst vor den Auswirkungen haben zu müssen.

Im Zentrum dieses heftigen Sturms sitzt die Sandin Familie angeführt von James (Ethan Hawke), dem Patriarch der Familie. Nachdem die Familie mit dem Verkauf von Haussicherheitssystemen zum Schutze der Reichen gegen staatlich Minderpriviligierte gute Profite erzielte, gerät James eigene Familie in große Gefahr, als der junge Sandin-Sohn (Max Burkholder`s  Parenthood (2010)) einem verzweifelten Fremden den Zugang zu ihrem eigenen Haus während der Purge Nacht ermöglicht.

Mit über 40 Filmen, die auf sein Konto gehen, bleibt Ethan Hawke einer der gefragtesten Hollywood -Stars, zudem gewann er eine Oscar-Nominierung im Jahr 2002 für seine Arbeit in Antoine Fuqua`s Training Day (2001 ). Neben „The Purge“ glänzte Hawke auch in „Before Midnight“ (2013) wo er mit Julie Delpy zum dritten Mal vor der Kamera stand, was mit den beliebten Serie „ Before Sunrise“ (1995) und „Before Sunset“ (2004) begann, für die er auch eine Oscar-Nominierung als Co- Drehbuchautor erhielt. „The Purage“ markiert seine dritte Zusammenarbeit mit Regisseur und Drehbuchautor James DeMonaco, gefolgt von Hauptrollen in „Staten Island“ (2009), „New York“ (2009) und „Assault on Precinct 13“ (2005).

Zum Exklusiv-Interview mit Ethan Hawke

Q : Glauben Sie, dass Filme und vielleicht dieser Film im Speziellem auch in unserer Welt als eine Art „Säuberung “ dienen können?

A: Ich bin sehr gespannt darauf zu sehen, was die Leute über den Film, in Bezug auf die Tatsache, dass es ein so heftiger Film mit einer Anti-Gewalt-Message, schreiben werden… Aber solange wir schon Geschichten erzählen, unsere Geschichten waren schon immer gewalttätig. Von den Griechen bis Shakespeare … Sie wissen doch, Julius Caesar endet mit einem Massensterben. In Frankreich wurde der Film „ America`s Nightmare“ umgetitelt. Ich dachte, das war ein Witz, ich wollte das Poster haben (lacht). Aber ich verstehe auch das warum. Weil Amerikas Beziehungen zu Waffen wirklich so ungeheuerlich ist … [ Immer noch ], für mich, denke ich, wirkt der Film auf eine Art wie „Clockwork Orange“ (1971). Es überschwemmt dich mit so viel Gewalt, dass du am Ende einfach nur willst, dass es aufhört.

Q : Sie erwähnen Kubricks „A Clockwork Orange“. Hat es ihr Werk hier beeinflusst?

A: Ich denke, dass James DeMonaco (Regisseur) sehr stark von Kubrick, George Romero und John Carpenter beeinflusst ist… Aktuell haben wir uns getroffen, um ein Remake von [Carpenters ] „Assault on Precinct 13“ (2005) zu machen. Aber … da denke ich, legt James DeMonaco eher Wert auf sein „eigentliches“ John Carpenter Remake in diesem Film… Er selbst nennt es „Schmuggler Kino“.  Um einen solchen subversiven Film zu machen und von einem Studio veröffentlicht zu werden, ist fast wie mit dem Bau eines Trojanischen Pferdes. Es Art Behauptung eins zu sein, auch wenn es in der Tat etwas anderes ist. Meine Hoffnung ist, dass der Film als Freitagabend Vorstellung läuft, aber er lässt die Zuschauer später mit ein wenig mehr zurück, als nur mit normalem Inhalt zum Nachdenken.

Q : Sie selbst betreffend, schrecken Sie eher vor gewalttätigen Filme zurück?

A: Als ich jünger war, war ich auf dem Cannes Film Festival – Ich war bei einer Dinner-Party und der verstorbene Roger Ebert stand auf und gab auf mich einen Toast als den einzigen, männlichen Darsteller in Hollywood, der eine Karriere ohne jemanden zu töten gemacht hatte. Faktisch aber, hatte ich gerade meine Dreharbeiten für den ersten Film beendet, wo ich jemanden umgebracht hatte. Da wusste er das noch nicht. Die Wahrheit ist, dass es unmöglich ist, eine Karriere als männlicher Schauspieler zu machen, ohne je in irgendeiner Art von Gewaltfilmen mitgespielt zu haben. Es ist genau das, was wir von unseren Geschichten wollen. Ich habe einmal Richard Linklater ein Skript gesendet und er sagte: „Du weißt, ich will keinen Film drehen, wo irgendjemand jemand anderen tötet. Ich bin einfach nicht interessiert.“ Als Regisseur können Sie das tun … Aber als Schauspieler ist es sehr schwierig, jede Art von Karriereniveau zu halten. Es ist ein echtes moralische Rätsel …

Q : Abgesehen davon, dass Sie ein hervorragender Schauspieler sind, sind Sie auch ein gefeierter Schriftsteller. Haben Sie auch eigenen Ideen bezüglich der Entwicklung ihrer Charaktere in „The Purge“ eingebracht?

A: Ich versuche immer meine Charaktere ein bisschen besser zu machen, aber letztendlich ist eines der Dinge, das das Schreiben hat mich gelehrt, der Respekt für andere Autoren. James DeMonaco hatte eine klare Vision und das Skript war sehr, sehr gut. Es ist sehr schwierig einen anspruchsvollen Film mit minimalem Budget zu machen, sehr schwierig. Also mussten wir alles von uns geben. Das ist der Spaß an der Sache. Wir werden nun auch von einem Studio realisiert, aber es fühlt sich nicht so an, als wenn wir es gemacht hätten. Während wir diesen Film machten, lebte ich im Haus des Produzenten.

Q : Wie haben Sie sich Ihrem Charakter im Film angenähert?

A: Was diesen Charakter so schwer zu spielen macht ist, dass er denkt, er sei der gute Kerl, aber er ist es nicht. Er ist nicht ein ausgesprochen böser Charakter, aber er ist ein Teil des Problems, und er weiß es nicht. Er ist nicht ein sympathischer Charakter. In vielerlei Hinsicht ist es für einen Schauspieler einfach nur einen Bösewicht oder einen Helden zu spielen, aber dieser Kerl ist etwas dazwischen.

Q : Wie wählen Sie Ihre Rollen ?

A: Ich habe versucht viel auf der Basis meiner Karriere auf so viel wie möglich auf mein eigenes Bauchgefühl zu hären. Für „The Purge“ war es etwas gesellschaftspolitisches, was mich was mich dazu angesetzt hat. Ich hatte eine gute Zeit während der Arbeiten zu „Sinister“ (2012) auch mit Regisseur James DeMonaco. Aber es wird immer schwieriger …

Ich bin ein dramatisch emotionaler Schauspieler. Aber es werden nicht wirklich viele Dramen gemacht. Wenn Sie dann keine Rolle in „Lincoln“ (2012) oder in zwei oder drei anderen Dramen ein Jahr lang bekommen, stehen Sie ohne einen Job dar. So herrscht immer ein Zwang, der einen dazu bewegt, eine Offenheit gegenüber anderen Filmgenres zu wahren. In den 90er Jahren haben wir uns noch darüber beschwert, dass es nicht die 70er seinen und nun schauen 90er Jahre gut aus. Ich fühle mich fast wie in die 50er Jahre zurückversetzt, wo wir noch Roger Corman -Filme machten und es Kunst war, unterhalb des das Genre subversiv zu sein. Das ist, was ich versucht habe zu tun. Und manchmal hat man Glück. Dieses Jahr haben wir „Before Midnight“ (2013) gedreht und diese Art von Film ist völlig aus der Mode gekommen. 1994, 1995 wurde „Before Sunrise“ (1995) noch von einem Studio produziert. Heute würde kein Studio „Before Midnight finanzieren …“

Q : Glauben Sie, dass das Szenario in The Purge jemals stattfinden könnte?

A: Ich denke, was Interessant an Science-Fiction ist, es übertreibt Dinge, die bereits existieren und zeigt sie in einer anderen Weise. Die Idee, dass ein Haufen reicher Leute in einer Gesellschaft leben und sich gar nicht darum scheren, was mit den armen Menschen außerhalb passiert, ist nicht so weit hergeholt. Und das ist die Essenz des Films …

Q : Sie erwähnt, dass Sie noch nie in einer Komödie gespielt haben. Warum ?

A: Ich habe einfach noch nicht diese Art von Rollen angeboten bekommen. Ich erinnere mich, als ich jünger war, sah ich Rob Reiners „The Sure Thing“ (1985). Ich liebte diesen Film und ich dachte wirklich, ich würde eine Karriere mit  leichte romantischen Komödie machen (lacht). Das ist, was ich dachte, vorhaben zu wollen, aber es ist nie passiert.

Q : Glauben Sie, dass Ihre Karriere anders wäre, wenn Sie erst jetzt anfingen?

A: Es ist immer wieder erstaunlich für mich, wie britische Schauspieler gegenüber den amerikanischen Schauspieler, nicht in ihrem Talent, aber in ihrer Langlebigkeit neigen zu überstrahlen, weil sie einen echten Respekt für die Ausbildung ihrer jungen Leute besitzen, den wir einfach nicht zu haben scheinen. Ich meine, ich hatte ein wenig davon. „Dead Poets Society“ (1989) war eine tolle erste Erfahrung, weil meine ersten Anläufe mit Ruhm gefüllt waren, die mit der Idee der Bildung umgeben waren. Peter Weir war ein echter Student der Kunst und Robin Williams hatte eine Ausbildung bei Julliard genossen … Es hat uns wirklich indoktriniert mit “ nicht immer den leichten Weg nehmen, der einfache Weg ist der von nur kurzer Dauer.“ Aber ich sehe die jungen Menschen von heute und es ist wirklich schwer.

Q : Der aktuelle Trend ist , dass immer mehr Schauspieler für das Fernsehen direkt arbeiten.

A: Weil die Qualität steigt, gegen auch die Autoren zum Fernsehen. Aber ich bin ein nervöser Mensch. Und es gibt nur eine Handvoll Shows, über die Leute sagen, dass sie darüber wirklich reden wie „Breaking Bad“ (2008), „Mad Men“ (2007), „The Good Wife“ (2009) … Und es gibt bestimmte Shows, über die die Leute mit viel Ehrfurcht und Respekt sprechen, aber das sind wirklich die Ausnahmen. Wenn Sie mal blättern, die meisten Sendungen sind immer noch nicht wirklich gut und ich würde mit der Tatsache, wie schwer es sein würde, ein Maß an Qualität zu erhalten, zu kämpfen haben. Das wäre meine größte Sorge… Meine Kinder liebe die Show „Elementary“ (2012). Es ist eine tolle Show. Aber mein Gehirn macht da nicht mit, „Wie können die das aushalten, dies zu tun? Wie lange kann man so etwas  tun?“ Es ist auch schwer das zu tun, was diese Leute machen. Ich meine, ich habe dreimal „Before Sinrises“ mit 18 Jahren gedreht. Als wir auf sechs Mal pro Jahr zu drehen  hatten, wären sie wirklich lahm (lacht).

Q : Wie war es schießen die dritte Staffel dieser Serie zu drehen ? Ist sie die letzte?

A: Ich weiß es nicht. Ich hätte nie gedacht, dass wir drei von ihnen machen könnten. Könnten wir eine vierte drehen? Wir könnten. Es würde mich nicht überraschen, wenn wir es getan haben … Der zweite Teil hatte eine Art unvollendetes Gefühl vermittelt, es war etwas Offengelassenes  bei „Before Sunset“ (2004), und dann ist da etwas, das ein wenig an das Offene in „Before Midnight“ ( 2013) anschließt. Es würde mich nicht im geringsten überraschen diese Charaktere in den 50er Jahren wieder zu finden, insoweit fühlten Richard Linklater, Julie Delpy und ich, dass wir etwas schreiben müssen , dass hier durchbrechen sollte.

Q : Warum denken Sie, dass diese Filme wurden so gut angenommen wurden?

A: Was wirklich wunderbar über diese Filmen ist, ist,  dass sie romantische Filme sind, und ich nicht das Gefühl habe, dass sie geschlechtsspezifisch sind. Die meisten Romane behandeln entweder einige männliche Phantasien oder einige weibliche Phantasien. Ich denke das Besondere an diesen Filmen ist, dass Männer und Frauen gleichermaßen dargestellt werden.

Q : Was steht für Sie als nächstes auf den Plan?

A: In diesem Sommer werde ich noch die Arbeiten beenden, an denen ich mit Richard Linklater gearbeitet habe, das „The 12 -Year- Projekt“. Seit 12 Jahren machen wir jährlich immer einen Kurzfilm, einen Film über ein aufwachsendes Kind. Es soll ziemlich interessant werden. Im Herbst denke ich, werde ich ein Theaterstück am Broadway spielen. Aber ich habe eine ganze Reihe von … Ich habe halt letztes Jahr hart gearbeitet. Und ich habe eine Menge Filme gemacht, so dass ich für eine Pause jetzt auch bereit bin.

übersetzt aus dem Englischen von Eva Weber

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