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„Vielen Dank für nichts“ – im Interview mit Aniko Donath

Der Film „Vielen dank für Nichts“ gehört sicherlich zum anspruchsvollen Kino-Genre, ist aber zugleich so humorvoll und menschlich, dass man so manche Tragik fast übersehen möchte. Aber nur fast. Im Interview verrät Aniko Donath, wie sie zu diesem Film gekommen ist und was sie selbst aus diesem Film für sich mitgenommen hat. In Kürze verlosen wir zwei Kinokarten zum Film!

 

 

IMG_2321Der Film handelt von einer Gruppe behinderter Jugendlicher, die ihre eigene Art zu leben entdecken und dies mit sehr viel Freude tun. Aniko Donath gibt uns im Interview tiefgründige Einblicke in die Thematik.

BP: Wenn man den Filmtrailer zu „Vielen Dank für nichts“ erstmals sieht, hat man das Gefühl die Thematik sei heutzutage überhaupt gar kein Problem. Es wird viel gelacht, jeder nimmt sein Leid mit Humor hin. Wie sehen Sie es persönlich? 

IMG_1126A.D.:Gerade mein Filmsohn hat ja grosse Probleme sein Schicksal zu akzeptieren, was ich sehr gut nachvollziehen kann. Humor hilft aber diese Situation anders zu sehen. Humor hilft eigentlich immer, macht es aber nicht weniger schlimm.

BP: Wie glauben Sie wird sich der Film auf die „normale Bevölkerung“ auswirken? Was ist die Kernaussage des Filmes, die jeder aus dem Kinosaal mitnehmen sollte?

A.D.: Ich bin überzeugt, dass diese Film ein Hit wird. Er ist krass ehrlich und drückt nicht auf die Tränendrüsen, regt aber zum nachdenken an und ist sehr unterhaltsam; eine ungewöhnliche erfischende Mischung. Kernaussage: Pfadi trotz allem!

IMG_1142BP: Wie viel Aufwand, wie viel Arbeit haben Sie vor dem Film in Ihre Vorbereitungen reingesteckt?

A.D.: Der Film beruht auf Improvisation. Dialoge entstehen auf dem Set. Die Figur hab ich im Gespräch mit dem Regisseur entwickelt, Beruf, Name, Verhältnis zum Sohn, Liebesleben, finanzielle Situation, eine Art Lebenlauf, that’s it!

BP: War etwas bei diesem Filmdreh anders als sonst?

A.D.: Ungewöhnlich ist das improvisieren, was aber den Vorteil hat, dass Gespräche echt sind und nicht hölzern wirken.

BP: Als Sie das Drehbuch das erste Mal in der Hand hielten, wie war Ihr Gefühl zu dieser Thematik? Haben Sie sofort gewusst, da mach ich mit? Oder haben Sie gezögert?

IMG_1192A.D.: Wie gesagt, ein Drehbuch gab es für uns Darsteller nicht, ich kannte die Filme von Oliver Paulus und Stefan Hillebrand und wer von diesen Herren ein Angebot bekommt, der macht mit, keine Frage.

BP: Was gefällt Ihnen an diesem Film am besten? Gab es ein Highlight für Sie?

A.D.: Ich sag nur „Sturmgewehr“, mehr verrate ich nicht. Highlight war, in der pumpenvollen Reithalle in Solothurn das gesamte Werk zu sehen. Die Reaktionen des Publikums waren überwältigend.

BP: Wie war die Zusammenarbeit mit den anderen Schauspielkollegen? Gab es Schwierigkeiten bei den Umsetzungen, um die Authentizität des Themas darzustellen?

Joel Basmann spielt meinen Sohn. Wir hatten kaum Zeit uns kennen zu lernen, aber die Chemie stimmte einfach. Er ging mir als Sohn richtig auf die Nerven mit seiner Art. Ausserdem sehen wir uns wirklich ähnlich!

BP: In dem Film wird auch viel moderne Technologie vorgestellt, z.B. der Sprachcomputer, wurde das gestellt? Woher kam das „Behindertenequipment“ wie auch Rollstühle etc.?

A.D.: Alles original!

BP: Gab es generell Sponsoren für den Film?

A.D.: Viel zu wenig!

BP: Wenn Sie jemand auf der Strasse spontan anhalten würde und Sie nach einem Kinotipp fragen würde, würden Sie den Film jedem empfehlen und wenn ja warum, was wäre Ihre persönliche Empfehlung?

A.D.: Dieser Film ist wirklich ein Film 4everybody!

BP: Was haben Sie derzeit sonst noch für Filmprojekte laufen, wo und wann dürfen Sie Fans sonst noch sehen?

IMG_2370x A.D.: Eben habe ich Anno 1914 abgedreht, der zufälligerweise auch auf Improbasis beruht. Diese Miniserie ist ab dem 4. August für 3 Wochen in Schweiz Aktuell zu sehen. Ich bin sehr gespannt!

BP: Wenn Sie einem Kind, dass noch nie mit diesem Thema in Berührung kam, erklären müssten, was ein behinderter Mensch ist, was würden Sie diesem Kind sagen? Wie würden Sie dieses Kind an dieses Thema heranführen?

A.D.: Mein 3 jähriger Sohn sah kürzlich zum ersten Mal einen schwer behinderten Mann im Rollstuhl, der nicht sprechen konnte. Ich habe festgestellt, dass man erklären kann ,was dieser Mann kann und nicht kann, und was passiert ist, aber das “ Mami warum, warum?“, dafür gibt es keine Antwort…

 

http://www.youtube.com/watch?v=yVOHaH71Bi8