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Bobby Bazini – Balsam für die aufgeraute Seele

Bei den zurzeit eisigen Temperaturen bleibt man lieber zuhause, wer seine Ohren verwöhnen möchte wagt sich aber am 15. Dezember in den Papiersaal.

Der schlaksige Junge von nebenan mit dem verwuschelten Schopf und der Gitarre wurde unter dem Namen Bobby Bazinet vor einundzwanzig Jahren in der Kleinstadt Mont-Laurier, Québec, geboren. Er stammt aus einer Musikerfamilie und wächst zu einem Country Musik Liebhaber heran – mit Fünfzehn erlernt er das Gitarrespielen bei seinem Vater. Als seine Eltern sich scheiden lassen, sucht Bobby Trost in der Natur und bei der Grossmutter. Er zieht sich oft mit der Gitarre in die Wälder zurück und lässt sich dabei von der eindrücklichen Umgebung inspirieren. Nach der Scheidung lebt er bei seiner Grossmutter, die ihn mit dem Soul aus den sechzigern bekannt macht, der Beginn seiner musikalischen Karriere, mit sechzehn Jahren.
Als Bobby 2008 von einer lokalen Radiostation entdeckt wird, ist die Begeisterung gross – seine Musik wird einem Manager aus Montreal geschickt. Bobby Bazini ist geboren, der Rest, wie man so schön sagt, ist Geschichte.
Ende 2009 erscheinte die Debüt-Single „I wonder“ und wurde in den kanadischen Charts rauf und runter gespielt – sein Erfolg war sicher.

In Kanada ist Bobby mittlerweile zum Wunderkind erhoben worden, doch in Europa wird ihm Imitation vorgeworfen. Zu gross sind die Ähnlichkeiten zu einem gewissen schottischen Künstler, sowohl im Aussehen als auch im Musikstil, sogar der Name klingt ähnlich. Der ständige Vergleich mit Paolo Nutini geht ihm zwar langsam auf den Geist, da man ihn, in jedem zweiten Interview, darauf anspricht und man Nutini ausserhalb von Europa eigentlich gar nicht kennt. Jedoch hat auch er schon selbst zugegeben, dass er überrascht war, wie sehr sich ihre Stimmen gleichen. Zufall kann dies nicht gewesen sein behaupten böse Zungen, aber selbst wenn es so wäre, an seiner Begabung gibt es keinen Grund zu zweifeln. Mit seiner opulenten Stimme und schnörkellosen Akkorden hat er sich in die Herzen Millionen von Zuhörern gespielt und ihren Respekt verdient – nicht schlecht für einen zwanzigjährigen.

In einer Zeit, in der verhäuft elektronische Musik in den Charts vorzufinden ist, bringt Bobby Bazini mit seinem auf das Wesentliche reduzierte Sound, eine gern gesehene bzw. gehörte Abwechslung und beweist, dass es nicht viel mehr braucht, als ein paar simple Akkorde und eine eingängige Melodie, um gute Musik zu produzieren.

Dank seiner markanten Stimme, die einen satten Vibrato enthält, verleiht Bobby seiner folk-lastigen Musik soulige & bluesige Wärme, genau das Richtige für die frostige Jahreszeit. Wem James Morrison, Paolo Nutini, und Johnny Cash sowieso gefallen, sollte sich Bobby Bazinis neues Album „Better in Time“ als Geschenk unter den Weihnachtsbaum legen.