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Der letzte schöne Herbsttag

Zwei, die sich nicht verstehen, und sich doch nicht loslassen wollen. Ralf Westhoffs neuer Kinofilm „Der letzte schöne Herbsttag“ steckt voller Beziehungsstress, wie wir ihn wohl alle kennen.

Claire ist spontan, impulsiv und hypochondrisch. Leo eher gemächlich, wortkarg und ein Ökofreak. Von den Launen seiner Freundin überfordert, wünscht sich Leo eine Claire-Gebrauchsanleitung. Claire hingegen fühlt sich ignoriert und bezeichnet Leo als „emotionalen Eiswürfel“. Nachdem Leo in ein Fettnäpfchen tritt, und Claire sich als „durchschnittliche Konsumentin“ entlarvt fühlt, sind die Konflikte auf dem Höhepunkt.

Die Darstellung im Film wechselt ab zwischen Spielszenen und Monologen, in denen die Darsteller frontal in die Kamera sprechen.

So fühlt sich der Zuschauer direkt involviert. Der Film ist sehr lebensnah und lässt dem Publikum viel Freiraum für eine eigene Betrachtungsweise.

Durch die Monologe kommt der Film einem Theaterstück sehr nahe. In der Tat holt sich der Regisseur gerne Inspiration aus dem Theater. „Ich bemühe mich, mich nicht von anderen Filmen inspirieren zu lassen. Ich gehe viel ins Theater, da hatte ich in letzter Zeit meine aufregenden Momente und im Theater liegen auch meine Wurzeln. Am liebsten lasse ich mich natürlich vom Leben inspirieren.“ verrät Westhoff im Podiumsgespräch nach der Filmvorführung. „Die Darstellungsform mit den Monologen war das Prinzip des Films. Als Zuschauer hört man nur, was der eine über den anderen erzählt. Man sieht aber nicht eins zu eins, was tatsächlich passiert ist. Es war mein Bestreben, dass die Zuschauer sich ihr eigenes Bild über die Beziehung von Claire und Leo machen.“

Die beiden Hauptdarsteller Julia Koschitz und Felix Hellmann waren schon Teil von Westhoffs erstem Kinofilm Shoppen. „Eigentlich wollte ich beim zweiten Film mit neuen Darstellern arbeiten, damit nicht der Eindruck entsteht, der Film sei Shoppen Teil 2. Doch die beiden waren einfach die beste Besetzung.“

Der letzte schöne Herbsttag läuft seit dem 11. November 2010 in den Kinos.