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Harmonisches Duett Steinways & Sons

Bildschirmfoto 2015-12-01 um 21.05.06 Es ist ein bisschen wie mit hübschen Babys – wenn sich zwei Schönheiten zusammen tun, ist die Chance recht gross, dass etwas Wunderbares dabei herauskommt. Und so ist es auch im Fall der beiden deutschen Manufakturen Lalique und Steinways & Sons passiert. Jedes Unternehmen für sich fertigt qualitativ hochwertige und vor allem einzigartige Stücke. Die einen Schmucksteine aus Glas, die anderen Pianos. Und beide nehmen sich Zeit, wenn es um die Produktion geht. Schnell sollen andere, aussergewöhnlich will man selber sein.

Ende November präsentierten die beiden Brands nun ihr vor fünf Jahren begonnenes Kooperationsprojekt. Heliconia heisst das „Baby“ und ist ein Flügel, der mit den Kristallen von Lalique verziert wurde. Ein Flügel, der einzigartig, aber nicht limitiert ist. Einzigartig deshalb, weil bei Steinways & Sons Maschinen nur zum Einsatz kommen, wenn es die Arbeit der Mitarbeiter körperlich vereinfacht oder die Präzision es verlangt. Ansonsten setzt man in Hamburg auf Handarbeit: Und die beruht auf jahrelangem Wissen und dem Gespür für Materialien.

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Nicht selten aber fragt man sich bei einem Besuch in der Manufaktur: Mensch oder doch Maschine? So präzise wird gearbeitet, so selbstverständlich. Da wird wie im Falle von Wieble Wunstorf – Chefintenieurein – auf Filzhämmer eingestochen bis die Klangfarbe stimmt. Da werden mit der Hand Logos gezeichnet und die Ausstellungstücke werden jedes Mal neu gestimmt, wenn ein bekannter oder musikliebhabender Mensch ins Werk nach Hamburg kommt.

Aktuell bestehen Wartezeiten für einen Test von mehreren Wochen. Daher werden in den kommenden Monaten nur einige Euro in die Hand genommen, um einen zweiten Proberaum zu bauen. Maximal wird man aber wie bisher zwei Termine an einem Tag anbieten. Denn während einige nur ein einziges Piano anschlagen, bleiben andere Stunden im Testraum, um den neuen „Begleiter“ zu finden.

Zur Präsentation des Flügels „Heliconia – Steinways & Sons meets Lalique“ spielte die Pianistin Olga Scheps auf. Leise, langsam, impulsiv laut. Wie es der 29-jährigen, in Köln lebenden Russin eben in den Kram passte. Und sie bewies damit, dass auf einem Steinway alles möglich ist. Und sie zeigte, dass auch im Falle eines Steinways gilt: „Diamond are a girl’s best friend“.