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Europäisches Kimonodesign von Gianni Sarto

Die fernöstliche Tradition erobert weiterhin Europa. Nicht zuletzt durch Designer Gianni Sarto, der vor kurzem seine neuste Kollektion in der preisgekrönten Architektur des Recklinghäuser Ruhrfestspielhauses hat ablichten lassen. Bilder von Peter Kallwitz.

Die Kimono der neuesten Kollektion des Designers Gianni Sarto sind Teil dieses Bewusstseins. Jede Kreation ist ein Unikat. Die erlesenen Stoffe werden im Schneidereimeisterbetrieb persönlich ausgewählt, vorbereitet und von Hand zugeschnitten. Seit über zwanzig Jahren widmet sich der Designer und Künstler der Gestaltung und Produktion des traditionellen japanischen Kleidungsstücks, dessen Grundform sich über Jahrhunderte nicht verändert hat. Grenzüberschreitend verbindet Gianni Sarto mit seinen Kreationen Asien und Europa, Tradition und Moderne. Mit seiner neuesten Kollektion setzt er diesen Prozess konsequent fort.

Der Kimono (zu Deutsch: „Ding zum Anziehen“) ist eines der wenigen Kleidungsstücke, das nur aus Rechtecken besteht. Von der Zahl her sind es sieben Rechtecke, die geschickt an einander genäht werden, ohne daß sie auf die menschlichen Rundungen Rücksicht neh- men. Diese traditionelle Grundform ist für Gianni Sarto eine Art Medium und Aktionsfläche. Sie bildet die Basis für sein kreatives Schaffen. Gestalt, Material, westliche und asiatische Ornamentik, unterschiedliche Prozeßverfahren sowie die Einbindung von Künstlern sind die Instrumente mit denen Gianni Sarto gleicherweise Kunst und außergewöhnliche Kleidung designt.

So zum Beispiel eines der Glanzlichter der neuen Kollektion: der rot/schwarze Kimono aus handgewebter Douppion-Seide mit einem „Doppelköpfigem Satyr“, dem Mischwesen aus Mensch und Tier, als Motiv. Dieses basiert auf einem Holzschnitt aus Arbeiten zum Thema „Dionysos – Kult und Mythos“ des Künstlers Herbert Klee und wurde per Handdruck aufgetragen. Der Kimono verfügt über aufwendige Paspelierungen (schmaler Nahteinsatz) in der Kontrastfarbe. Zum Einsatz kommen Textildruckfarben von Sericol. Beidseitig tragbar, für Damen und Herren.

Ob aufwendiger Kimono oder vielseitiges Yukata-Modell, da jeder Kimono im Design von Gianni Sarto ein Einzelstück ist, sind sie Ausdruck absoluten Individualismus. Die Einzigartigkeit der neuen Modelle drückt sich in dem hohen Grad an Intimität, das dem Kleidungsstück eigen ist. Denn der Kimono ist kein Textil für den öffentlichen Auftritt, sondern für die persönliche Entfaltung im privat persönlichen Kontext.

Design Gianni Sartoschlichtheit und Präzision bis ins Detail

Der Zen-Designer Gianni Sarto sucht stets die Balance zwischen Leere und Material. Im Kimono, dem kunstvollen Kleidungsstück aus Japan, findet Gianni Sarto den Rahmen für seine Gestaltungsfreude. Aus feiner Seide oder rustikaler Baumwolle werden die Stoffe für den Kimono ausgewählt. Es steht eine umfangreiche Seiden- und Baumwoll-Kollektion zur Verfügung. Unendlich viele Möglichkeiten der Gestaltung können eingesetzt werden, Gianni Sarto hilft dabei. Wenn alte Handwerksformen gewünscht sind, z.B.: Applizieren, Patchwork, Handweberei, Seidenmalerei… Seit einem Viertel Jahrhundert gestaltet der gebürtige Münchner Gianni Sarto Kimono für den westlichen Gebrauch. In Düsseldorf entsteht stilvolle Homewear vom Feinsten und dennoch alltagstauglich.