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Straight on by Tabea Reusser

Straight on- eine fotografisch künsterische Fotostrecke von Tabea Reusser. Das Styling verantwortete Claudia Bonorand (@style agent) mit Rachel Wolfisberg von H&M. Von selbstbewussten Frauen und ihrer ganz besonderen Geradlinigkeit.

 

tabea-aimee – so heißt das Studio Tabea Reussers in Thun, zeigt viel Empathie für Weiblichkeit. In regelmässigen Abständen präsentiert die Fotografin berührende und einfühlsame aber auch zeilorientierte Fotostrecken, unter anderem viele zum Thema Frau. Denn Frauen sind vielseitig, für Männer oft kompliziert und doch haben Frauen auch geradlinige Facetten, Eigenschaften und Fähigkeiten. Viel zu selten wird aber dieser Aspekt überhaupt mit Frauen verbunden. Es sind eher die Männer, die dieses Attribut der Geradlinigkeit attestiert bekommen. Die oftmals auch mit Disziplin und Hartnäckigkeit einhergeht. Doch Frauen können es auch, auf ihre Weise, genauso effektiv und in gewisser Weise intensiver, als es Männer könnten. Denn sie haben noch ihre Reize, um die Geradlinigkeit in all ihren Facetten auszukosten, um es „geradaus“ zu sagen. Zusätzliche, gerade Linien verstärken die Bildaussagen und intensivieren die Bildkompositionen. Tabea Reusser hat ein sinnliches und kreatives Auge für Frauen und das weibliche Bedürfniss wahrgenommen zu werden, mehr als nur „einfach da zu sein“.
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Auf diesem Foto fängt Tabea Reusser eine Frau mit Stärke ein. In gerader Position, stolz und mit Haltung präsentiert sich diese Frau wie ein Ausrufezeichen ihrer Umwelt. Passend dazu ein schwarzes, geradgeschnittenes Kleid von USE Budapest, N°, Schuhe von Buffalo und die colle Brille von AP Manor. Daneben eine schwarze, angedeutet Säule, stabil und im Boden verankert. Gleichsam wie die Haltung der Frau. Zwischen ihr und der Säule ein leicht sichtbarer Baum, der von Natur aus leicht schräg wächst. Sonst aber geradeaus hoch zum Himmel wächst. Eine herrliche Komposition aus Weiblichkeit, Stärke, Coolness und Selbstsicherheit.
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Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen. Diese Frau weisst das. Mit ihrem American Apparel Hut, dem gerade herunter hängendem Oufit von Zara (Hose & Schuhe) und Victoria Steiner (Mantel) wirkt sie fast wie eine Hexe, die ihre Umgebung beherrscht. Mit sicherem Stand und festen Boden unter den Füssen schaut sie auch entblöst „straight“ in die Kamera. Sie ist sich ihrer Wirkung bewusst. Steht vor einer Säule, die ihre Standhaftigkeit noch einmal optisch und symbolisch verlängert. Die Natur um sie herum ist vielfältig und querrbeet in der Bepflanzung. Das stört die junge Frau aber nicht. Sie ist sich sicher, was sie will und demonstriert ihren Anspruch. Gesehen und wahrgenommen zu werden. Eine Schönheit in der Wildnis der Natur. Die geraden Linien der Komposition des Bildes verstärken ihr Posing.
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Auch diese Dame steht ihre Frau. Mit durchgedrücktem Rücken und ausgestreckter Brust steht sie gerade vor einer großen Pflanze. Die Pflanze scheint sie zu überragen, doch das ist ihr gleichgültig. Sie stellt sich dieser entgegen, kehrt ihr selbstbewusst den Rücken zu. Das Oberteil ihres Overalls (Zara) ist offen, entblöst ihre Brust und hängt seitlich an iherer Silhouette entlang. Das Unterteil des Overalls folgt dem Schnitt. Dazwischen ein Gurt von Victoria Steiner. Als Highlight trägt sie Schmuck von H&M. Sie fokusiert selbstbewusst einen Punkt in ihrer Umgebung, ohne sich von der Umgebung einschüchtern zu lassen oder sich gar zu ducken. Die Hände lässig in den Overall Taschen und mit offenem Haar blickt sie den Tatsachen ins Gesicht.
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Frauen können aber auch in ihrer Sinnlichkeit etwas Geradliniges verbergen. Dieser Frau sieht man schon in ihrem Blick an, worum sich ihre Gedanken drehen. Der offene neopren Badeanzug von Lisa Marie Fernandez, N°2 verdeutlicht jene Gedanken. Ungeniert blickt sie ihren Betrachter an und sagt ihm mit ihren Augen, wonach ihr ist. Gerade heraus. So geardeaus, wie die Öffnung des Badeanzugs oder die Teilung ihrer Haarpracht. Symbolisch betrachtet kann es sich hier auch um die Teilung von Gefühltem und Gewusstem handelt. Denn auch in der Realität sind die Gehirnhälften für jeweils einen Part zuständig. Und sie weiß genau, wie sie ihr Inneres am besten verpackt, um es nach aussen zu transportieren.
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Der Mantel an sich zieht schon viele Metapher nach sich. Er kann Dinge anzeigen aber auch Dinge verbergen. In diesem Fall reflektiert diese Frau ihr Selbst in der Projektionsfläche einer Scheibe. Ihren Mantel von H&M hebt von hinten etwas oder jemand an. Mit dem Spiegelbild ihrer Selbst entsteht so etwas Künstlerisches. Wie Ein Schmetterling, der aus einem Kokon geschlüpft ist. Die Säule und das Dach des Gebäudes spiegeln sich gleichermassen und tragen zu diesem Bild dazu. Durch diese Spiegelung entseht zugleich auch eine Symmetrie, die wieder etwas geradliniges und eindeutiges nach sich zeiht, eine mathematische Strenge, die Abweichungen nicht zulässt. Der Schmuck von Zara, dieser Armreif, unterstützt die mathematische Strenge, denn ein Reif oder Kreis folgt grundsätzlich der vorgegebenen Linie, geradeaus und rundum.
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Dieses Bild veredelt geradezu die Vielfalt der Weiblichkeit und zeigt, dass sie weder im Gegensatz zum Alltäglichen steht noch, dass ihren Glanz verliert. Sie fügt sich mit einfachsten Mitteln wie den Gesichtslinien einfach wieder ein. Auch hier steht sie selbstbewusst, mit erhobenen Armen, sich aber nicht ergebend. Selbst, wenn ihr Blick solche Andeutungen macht. Wie die Dachkonstruktion geradlinig in den Himmel ragt, so ragt sie sich an der Säule entlang. Ihr Top von H&M zeigt etwas verspieltes, ordnet sich aber durch die Netzoptik dem geordneten System unter. Die Jupe von Zara tut dies gleich. Anmutig, stolz und doch sinnlich und feminin taucht diese Frauengestalt in das optische Geschehen ihrer Umwelt.
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Wenn Frauen blank ziehen, dann ist das schon ein klares Statement für sich. Nacktheit ist das intimtes und deutlichste „Geradeaus“, das Frauen kommunizieren können. Zumindest aus männlicher Sicht. Nicht zuletzt so einfach zu verstehen, weil so viel Offenheit in der Aussage steckt, dass man auf dem einfachsten Weg, quasi gerade aus zum Aussageziel kommt. Der Feingeist sieht hier aber auch im Wirrwarr der umher blühenden Pflanzen den Mantel und Schmuck (Zara), welche den unteren Teil des Körpers der Frau, die Scham, verdecken. Auch hier ist klar, diese Frau will erotisch und nicht pornographisch gesehen werden. Mitten im Dschungel, aber nicht verrucht. Anmutig und schön. Mit gerader Haltung, selbstbewusst und zielorientiert.
model: billie@scout