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Metropole Tel Aviv

Tel Aviv, die „unfromme“ Metropole reflektiert die Jugend, Nightlife, Culture und Fashion – die Religion steht hier hinten an!

Wir tauchen ab in der Stadt der Juden, erwarten bärtige huttragende Herren mit Schläfenlocken. Die Überraschung ist gross – nur 30% der Bevölkerung sind aktiv religiös. Eine westliche Brise überdeckt die Mittelmeer City. Sommer herrscht mittlerweile das ganze Jahr hindurch mit Temperaturen um die 25 Grad. Durch die Klimaerwärmung bleibt der Winter regelrecht aus. Beim Schlendern am Beach entlang entgehen einem die in die Höhe ragenden 80er Jahre Bunker von Sheraton & Co. nicht – der lupenreine Sandstrand mit glasklarem Ozean lenkt sofort davon ab. Nördlich der Stadt erlegt sich der Port. Im ehemaligen Hafen wurden alte Hangars von experimentierfreudigen Jungunternehmen farbenfroh umgestylt und funktional angepasst. Am Sabbat (Ruhetag) flaniert die halbe Stadt am Port, dem Place to be in Tel Aviv. Gemeinsame Tänze, Brunchen oder magische Künstler bestaunen ist angesagt.

Nightlife
Während am Freitagabend im ganzen Land Ruhe einkehrt, beginnt in Tel Aviv ein Kontrastprogramm: Das „Shabbat Night Fever“. Dazu gehört Prosecco trinken auf offener Strasse (Rothschild Avenue), Strandparties und Mitternachtshopping in den Malls. Die modernste Weltstadt im Nahen Osten hat einiges an Nightlife zu bieten. Ob in alten, leer stehenden Häusern, wie im Club Rotschild 12, bis zwei Uhr morgens draussen Cocktails trinken und sich dann vollen Mutes auf die Tanzfläche zu schmeissen, oder im angesagtesten Club Haoman 17 zu den Klängen vom DJ der Beastie Boys abdriften. Mehr Mainstream bietet sich das Ausgehviertel TLV Port, wo grosse Lagerhallen zu Clubs umgestaltet wurden. Wer mehr auf die alternative Szene steht, treibt sich im Breakfast Club, Culture Club oder dem Zizi rum.

Sightseeing
Tel Aviv ist definitiv nicht die Stadt der Sehenswürdigkeiten, was sie äusserst sympathisch macht. Die Old City in Jaffa muss man aber gesehen haben. Wie eine Märchenstadt aus 1001 Nacht wirkt die Kulisse von Yafo (Jaffa). In den malerischen Gassen der ineinander geschachtelten Mauern und Türme verstecken sich Galerien, Shops, Cafés und wunderschöne Dachterrassen mit atemberaubendem Ausblick über das Mittelmeer. Auch die lebendige Atmosphäre des Flohmarktes darf auf keinen Fall verpasst werden. Zur Verschnaufpause setzt man sich in ein kleines Localrestaurant und geniesst den einheimischen Humus mit Pitabrot, dazu gibt’s ein Goldstar (israelisches Bier) oder eine hausgemachte Limonade. Ein Publikumsmagnet ist die Old Train Station, ein alter umgebauter Bahnhof welcher dem Marktplatz, Boutiquen und hübschen Restaurants Platz bietet. Ein verlockendes Flair strahlt er aus – eine Portion zu touristisch. Keine Stunde in Tel Aviv, begegne ich Heela, einer israelischen Fashion Journalistin und Graphic Designerin. Kurzerhand machen wir die Fashionshows Israelischer und internationaler Designer unsicher.

Fashion
Das Label Raziela (israelische Designerin) existiert schon seit den 80er Jahren und lebt von Einzelstücken, welche sie in Israel herstellt und in eigenen Shops vertreibt. Nicht nur beste Verarbeitung überzeugt, sondern auch die Liebe zum Detail. Alembika von Hagar Alembik spielt gekonnt mit raffinierten Wickelelementen. Glamouröse Accessoires zeigte Lilamist, Champion Watch stellte die vielen Spielmöglichkeiten ihrer zusammensetzbaren Uhr vor, wo jeder selbst zum Designer werden kann. Sogar die Schweiz war mit Götti Brillen präsent. Ein Augenschmaus für jede Frau waren die einzigartigen Schuhe von United Nude (Holland). Seien es die roten architektonischen Pumps oder die extravaganten Limited Edition aus schwarzem Leder – wir hätten alle mit Handkuss genommen!

Übernachten
Ein richtiger Insidertipp zum Übernachten ist das Design Center Hotel (3 Sterne) mit individuell gestalteten Zimmern. Wer Wert auf eine Dachterasse mit Ausblick aufs Meer legt, ist im Melody Hotel (4 Sterne) an der richtigen Adresse. Das besondere Kino Flair erlebt man im Cinema Hotel (3 Sterne) – ein altes Kino im Bauhauslook, das kurzerhand in ein Erlebnishotel umkonzipiert wurde. Allgemein ist Tel Aviv für diesen Stil berüchtigt. 2004 hat die Unesco die besondere Architektur entdeckt und seitdem ist das Bauhaus-Fieber ausgebrochen. Die Stadt versucht die weissen Häuser aus den 30er Jahren vor dem Verfall zu retten.

Shopping
Shoppen bis zum Umfallen darf man im Dizengoff Mall Center. Die grossen Einkaufstrassen heissen Ben Yehuda und Dizengoff. An der Dizengoff Nr. 155 trifft man auf die israelische Designerin Rhus Orata, welche absolut geübt mit Schnittlinien umgeht und ein Faible für Details hat. Noch mehr einheimische Designer findet man in der Ecke Frisman/King George Street. Shops wie Shine, Paula Bianco und Sharon Bronsher lassen das Viertel Gan Hahashmal aufblühen. Auch das älteste Viertel Neve Zedek wimmelt von Boutiquen und versprüht einen tollen Charme. Das Restaurant Suzana in diesem Viertel mit einer riesigen Terrasse sollte man sich nicht entgehen lassen. „Florentine“ übernimmt die Rolle des Künstlerviertels und man hat hier das Gefühl als wären alle Freelancer und verbringen den Tag in Cafés. In der Vital Street reiht sich eine Bar an die andere, die Auswahl fällt schwer – Cheers!

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