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Unser „Wiener“ Ballguide Die Stadt des Walzers - Teil 1

Bildschirmfoto 2014-09-13 um 14.20.32Schon seit über 200 Jahren gilt Wien als die Welthauptstadt der Bälle. Alljährlich finden hier rund 450 Ballveranstaltungen statt, vom noblen Traditionsball bis zum ausgelassenen Faschingsgschnas. Blackpaper hat die Fete Impérial besucht und wir sind begeistert! In unserem Wiener Ballguide in zwei Teilen, liefern wir euch die nötigen Infos, für die schönsten Bälle in Wien. Wir sagen: „Alles Walzer“.

Hättet Ihr das gewusst? In Wien finden jährlich mehr als 450 Bälle mit bis zu 5.500 BesucherInnen statt! Bei diesen Grössenordnungen bedarf es einer ausgefeilten und durchdachten Organisation, besonders für die weltbekannten Nobelbälle, wie der Wiener Opernball.  Denn sie alle laufen nach bestimmten und genauen Traditionsregeln ab. Zuallererst wird ein Ballpräsidium berufen. Im zusätzlichen Ehrenpräsidium sind hochrangige Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens versammelt. Den Ehrenschutz für diese Bälle übernimmt oft der österreichische Bundespräsident. Alle Namen erscheinen in der Balleinladung, einem edel gestalteten Heftchen, das zudem über Zeitpunkt und Ort, vorgeschriebene Kleidung sowie den Programmablauf und die Eintrittspreise Auskunft gibt.

Richtig teuer sind beim Opernball die Logen, um die es – trotz der hohen Preise – ein enormes Gerangel gibt. Die anderen Traditionsbälle, etwa in der imperial-vornehmen Hofburg, sind um einiges günstiger. Wesentlich preiswerter als Tischkarten sind die Saalkarten. In den Tanzpausen durch die Ballsäle zu flanieren, sich am Buffet, an der Cocktailbar oder im Heurigenlokal bei Schrammelmusik zu erfrischen, hat seinen Reiz.

Was bei den grossen Traditionsbällen sofort ins Auge sticht, ist der von allen BesucherInnen beachtete Dresscode:

Damen im langen Abendkleid Herren im Smoking oder im Frack, der die Möglichkeit gibt, Orden und Ehrenzeichen zu tragen. Beim Opernball herrscht Frackpflicht!

Übrigens gilt bei dieser edlen Herrenkleidung das Tragen einer Armbanduhr als Fauxpas, korrekt ist eine goldene Taschenuhr mit Kette. Mindestausstattung bei den anderen Bällen ist der Smoking oder der feine schwarze Anzug mit Smokingschleife, keineswegs mit Krawatte. Neben der stilvollen Kleidung trägt auch das ausgefeilte zeremonielle Programm wesentlich zum festlichen Ambiente bei.

Tipp: Wer kein Smoking oder ein Ballkleid im Gepäck hat – Bei Brautmoden Flossmann, Mitten in der City, kann man wunderschöne Ballkleider und einen Smoking  ausleihen www.flossmann.at. Mein Traum aus Tüll ebenfalls von Flossmann (siehe Foto)  wurde über Nacht perfekt angepasst und pünktlich ins Hotel Sacher geliefert.  

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Die richtigen Tanzschritte – Tanzschule Elmayer

Wer auf dem Tanzparkett gute Figur machen will, ohne bislang tanzen gelernt zu haben, der findet in Wien die nötige Abhilfe: Etliche Tanzschulen bieten Blitztanzkurse für Walzer an, etwa die traditionsreiche Tanzschule Elmayer http://elmayer.at/.Wir haben es getan :-) und lernten im „Sauseschritt“ die wichtigsten Tanzschritte für die bevorstehende Fete Impérial. Unbedingt 2-3 Tanzstunden einplanen – es macht unglaublich Spass und die Ausbeute ist wahrhaftig enorm!

(Foto Tanzschule Elmayer Wien)

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Alles Walzer!

Der Ball wird eröffnet mit dem feierlichen Einzug des Jungdamen- und Jungherrenkomitees. Die Mädchen, die erstmals einen Ball eröffnen, heißen Debütantinnen. Mit dem „Debüt geben“ hat sich ein aus der Monarchie überkommenes Ritual erhalten: die Einführung in die Gesellschaft. In langem Weiß mit dem obligaten Krönchen im Haar und den langen weißen Handschuhen schreiten sie am Arm ihres befrackten Kavaliers auf die Tanzfläche. Meistens zu den Klängen der Fächer-Polonaise des k. u. k. Hofball-Musikdirektors Carl Michael Ziehrer, das bei fast jeder Balleröffnung gespielt wird. Am Ende des feierlichen Rituals steht natürlich ein Walzer – aber bitte unbedingt linksherum getanzt!

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Auch wenn auf jedem Traditionsball der Tanzabend mit einem Walzer beginnt, ist das breite Repertoire der Gesellschaftstänze voll vertreten. Es spielen meist mehrere Orchester und Musikgruppen, auch eine Disco ist mit im Programm. Aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts stammt eine kleine Aufmerksamkeit, die heute noch auf all diesen Bällen am Eingang überreicht wird: die Damenspende. In den letzten Jahrzehnten der Monarchie waren es aufwendig gearbeitete Kleinodien des Kunsthandwerks, etwa ein Perlmutt-Fächer. Heute kann es eine elegante Damenuhr sein, eine Bonbonniere oder eine CD. Im Zeitalter der Gleichberechtigung gibt es auf einigen Bällen auch eine Herrenspende.

Um Mitternacht geht’s los – Die Quadrille!

Mitternacht ist auf allen Bällen ein ganz spezieller Zeitpunkt. Oft sind Musik- und Showeinlagen vorgesehen, etwa Tanzensembles von Wiener Tanzschulen, die einen Showblock gestalten. Zu den absoluten Höhepunkten des festlichen Treibens zählt die oft danach getanzte Publikumsquadrille, wie man sie schon im 19. Jahrhundert tanzte.! Die nicht ganz einfachen Figuren dieses munteren Paar- und Gruppentanzes werden jeweils vorab vom Tanzmeister erklärt. Doch nicht selten endet alles in einem herzhaft belachten Chaos, das noch verstärkt wird durch einige mutige Paare, die hurtig durch die freien Schneisen zwischen den Tanzreihen hindurchgaloppieren. Auf alle Fälle werden die angemüdeten Tanzgeister durch diese Einlage wieder munter – endet der Ball doch meistens nicht vor fünf Uhr morgens.

TIPP: Nach dem Ball ( 4 Uhr in der Früh) eine deftige Stärkung an einem Wiener-Würstelstand nicht vergessen! – Irgendwie ist der Gedanke etwas gewöhnungsbedürftig aber wir haben es getan :-) und es war sehr lecker!

STAY TUNED!   Im zweiten Teil werden wir euch über die diversen Bälle im Detail berichten.Bildschirmfoto 2014-09-13 um 14.24.24

Wir nehmen euch mit ins traumhafte Traditionshotel Sacher: http://www.sacher.com/hotel-sacher-wien/

Und wir geben euch wichtige Tipps für eine angenehme An-/Abreise https://www.flyniki.com/ in die Stadt des Walzers!

Stay tuned – der zweite Teil folgt in wenigen Tagen!